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Weihnachtsschmuck: üppig oder schlicht?

Hell leuchtende Häuser, ausgefallene Ideen oder ganz puristischer Schmuck. Wir zeigen an Beispielen zwischen Löbau und Zittau, wie verschieden die Geschmäcker sind.

Frank Penther mit seiner leuchtenden Weihnachtsdekoration in Ruppersdorf. Für ihn waren viele Lichter schon immer ein Traum.
Frank Penther mit seiner leuchtenden Weihnachtsdekoration in Ruppersdorf. Für ihn waren viele Lichter schon immer ein Traum. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

So ein glitzerndes und funkelndes Reich hat sich Frank Penther schon immer gewünscht. Ein bisschen wie in Amerika mitten im Ruppersdorf. Vor elf Jahren ist Penther mit seiner Familie nach Ruppersdorf gezogen, nur ein Jahr später - als die Fassade neu verputzt war - begann er mit der ersten Lichterkette. Wie viele Lichterketten es inzwischen sind, vermag man kaum zu überblicken. Eines aber ist klar: Penthers Hof in Ruppersdorf grüßt jeden Abend und jeden Morgen viele Berufspendler zwischen Oderwitz und Herrnhut schon von Weitem.

Frank Penther unter seiner selbst gefertigten Sternschnuppe in Ruppersdorf.
Frank Penther unter seiner selbst gefertigten Sternschnuppe in Ruppersdorf. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
So leuchtet Penthers Hof gut sichtbar für alle Reisenden zwischen Oderwitz und Herrnhut.
So leuchtet Penthers Hof gut sichtbar für alle Reisenden zwischen Oderwitz und Herrnhut. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

In der Advents- und Weihnachtszeit erstrahlt Penthers Reich immer zwischen 5 und 7.30 Uhr und noch einmal zwischen 16 und 23 Uhr. Und das Lichterspiel hat Fans: "Es haben schon Reisebusse extra angehalten, freitags und samstags staut es sich manchmal gar vor unserer Gartentür, weil die Leute schauen wollen", schildert Kathrin Penther, die zu ihrem Mann schon oft gesagt hat, dass nun aber Schluss sei mit dem "aufrüsten" der Deko. "Aber dann passt doch noch das ein oder andere dazu, es soll ja aber auch nicht kitschig sein", erzählt sie, während sie den Lichterglanz überblickt. Irgendwie hat sie das Lichterfieber ja auch erfasst, gibt sie schmunzelnd zu.

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Ein Schmunzeln, das ist es auch, was Roland Friebolin so manchem Zeitgenossen in die Gesichter und die Herzen zaubern will. Gerade jetzt in diesen Zeiten, betont der Steinmetz, der in Ruppersdorf wohnt. Sein eigenes Haus fällt zwar beleuchtungstechnisch nicht aus dem Rahmen, aber Friebolin hat ein kleines Bäumchen an der Straße nach Ruppersdorf - mitten im Wald - mit Christbaumkugeln und einer Lichterkette versehen. "Das habe ich im vergangenen Jahr auch schon gemacht", erzählt er. Um die Wirkung seines puristischen Licht-Clous zu beobachten, habe er sich sogar schon in die Nähe des Bäumchens geschlichen, versteckt und die Vorbeifahrenden beobachtet. Und wirklich: "Man merkt, dass die Autofahrer stutzen, wie sie abbremsen und überrascht auf das Bäumchen schauen", schildert Roland Friebolin.

Auch bei Tageslicht ist er ein Hingucker. Steinmetz Roland Friebolin hat ihn ausstaffiert.
Auch bei Tageslicht ist er ein Hingucker. Steinmetz Roland Friebolin hat ihn ausstaffiert. © Matthias Weber
Ein Lichtblick in dunklen Zeiten: Der kleine Baum im Wald zwischen Ruppersdorf und Herrnhut.
Ein Lichtblick in dunklen Zeiten: Der kleine Baum im Wald zwischen Ruppersdorf und Herrnhut. © Matthias Weber

Leider ist seine Kreation vor Dieben nicht sicher. "Ja, man hat mir schon die Lichterkette geklaut, in diesem Jahr auch schon wieder", sagt er und "appelliert deshalb an alle, Intelligenz und Vernunft walten zu lassen". Inzwischen hat er die Beleuchtung sogar mit Kabelbinder am Baum gesichert - in der Hoffnung, dass dies abschrecke. Es wäre ja zu schade, wenn das Bäumchen künftig dunkel bleiben müsste: "Die Adventszeit ist eine besondere Zeit, man soll ein bisschen innehalten, ein kleines Glück spüren", beschreibt er seine Gedanken. Mit dem kleinen leuchtenden Bäumchen schaffe man das wenigstens für einen Augenblick. Und auch wenn sich die Art des Schmückens bei Roland Friebolin und Frank Penther grundlegend unterscheidet, so haben sie doch eines gemeinsam: Beide mögen das Licht und die Sonne.

Frank und Kathrin Penther jedenfalls haben sich das Licht auf ihre Art aufs Grundstück geholt - wobei nicht alles, was da leuchtet Fertigware ist: "Den Bogen und die Sternschnuppe über dem Tor habe ich selbst gebaut", sagt Frank Penther und zeigt auf weitere Sterne und die Mauerverzierungen, die er auch selbst entworfen hat. Den leuchtenden Kirschblütenbaum haben ihnen die Kinder geschenkt, das Stelzenhaus und die Schaukel der Enkel leuchtet ebenfalls. Ein großer Weihnachtsmann, der sich dank Gebläse erhebt, scheint die Szenerie zu überwachen.

"Wir freuen uns immer, wenn wir die strahlenden Augen unserer dreijährigen Enkeltochter sehen", sagt Kathrin Penther, die beruflich in der Altenpflege tätig ist. Zugleich aber muss alles tiersicher sein, denn Penthers haben drei Hunde, da wären am Boden verlegte Kabel keine Lösung. Deshalb hängen die weihnachtlichen Stromleitungen von Baum zu Baum. Eine riesige Stromrechnung habe man wegen all der Beleuchtung übrigens nicht: "Wir haben im vergangenen Jahr mal nachgeschaut, es sind insgesamt zwischen 25 und 30 Euro mehr an Stromkosten", erklärt Penther, der bei einer Weberei in Leutersdorf arbeitet.

Sternstunden in Bernstadt: Die alte Linde am Braunen Hirsch trägt in diesem Jahr erstmals ein Sternenkleid.
Sternstunden in Bernstadt: Die alte Linde am Braunen Hirsch trägt in diesem Jahr erstmals ein Sternenkleid. © Matthias Weber
Glitzeralarm in Kottmarsdorf: Rocco Häschke präsentiert sein Weihnachtsgespann in diesem Jahr noch ausgefeilter.
Glitzeralarm in Kottmarsdorf: Rocco Häschke präsentiert sein Weihnachtsgespann in diesem Jahr noch ausgefeilter. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Seit Jahren ein Blickfang. Der Sternenbaum in Herrnhut beim Völkerschlachtdenkmal leuchtet weithin sichtbar.
Seit Jahren ein Blickfang. Der Sternenbaum in Herrnhut beim Völkerschlachtdenkmal leuchtet weithin sichtbar. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Die Fahrzeug und Baumaschinen Firma FBL in Oberseifersdorf bringt Weihnachtsstimmung selbst an den Bagger - mit Leuchtketten.
Die Fahrzeug und Baumaschinen Firma FBL in Oberseifersdorf bringt Weihnachtsstimmung selbst an den Bagger - mit Leuchtketten. © Matthias Weber

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