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ATN baut an - für einen Tesla-Großauftrag?

Der Spezialist für Autoverglasung ATN legt in Oppach den Grundstein für eine neue Produktionshalle - und wächst rasend.

Grundsteinlegung für die neue Halle von ATN mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, Alt-MP Georg Milbradt, ATN-Chef Torsten Hölzel und dessen Sohn Martin und Oppachs Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (v.l.n.r.)
Grundsteinlegung für die neue Halle von ATN mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, Alt-MP Georg Milbradt, ATN-Chef Torsten Hölzel und dessen Sohn Martin und Oppachs Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (v.l.n.r.) © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Firma ATN hat in Oppach eine Erfolgsgeschichte für die Oberlausitz geschrieben. Aus den 1998 anfangs rund 50 Mitarbeitern wuchs der Automatisierungsspezialist für die Automobilindustrie auf mittlerweile über 450 Mitarbeiter weltweit. Zweimal hat das Unternehmen bereits sein Betriebsgelände vergrößert. Und jetzt legte Chef Torsten Hölzel erneut einen Grundstein für eine neue Produktionshalle. Und die braucht er auch für einen prominenten Großkunden - um den Hölzel noch ein bisschen ein Geheimnis macht.

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Auch prominente Ehrengäste hatte Torsten Hölzel am Freitagnachmittag, dem 9. Juli, auf sein Betriebsgelände im Oppacher Gewerbegebiet geladen - gleich zwei sächsische Ministerpräsidenten. Nämlich Michael Kretschmer (CDU) und seinen Amtsvorgänger Georg Milbradt (CDU). Mit Milbradt hatte es in diesem Fall eine bestimmte Bewandtnis. "Er hat mit mir damals im November 2007 den ersten Grundstein gelegt. Da war hier noch alles Feld und Acker", begrüßte Hölzel den ehemaligen Landesvater.

Die Devise lautet: Wachstum

Torsten Hölzel setzte in seiner Festrede vor allem auf eines: weiteres Wachstum. "Als ich 1998 hier angefangen habe, wollte ich Erfolg haben und Geld verdienen", sagte er und: "Wir sind eine mutige und innovative Firma. Wir trauen uns in neue Märkte." Alle Erfolge der zurückliegenden Jahre seien hart und selbst erarbeitet worden. "Die Kunden verzeihen keinen Fehler, haben keine Nachsicht", schilderte er die Wettbewerbssituation auf dem internationalen Markt und dankte den Mitarbeitern, die sämtlich zur Feier erschienen waren: "Wir müssen immer zusammenhalten, wir sind nur gemeinsam stark. Unser Teamgeist hat uns die ganzen Jahre den Erfolg gebracht."

Er beklagte, dass seine Firma und Mitarbeiter von Kunden - regelmäßig Weltkonzerne - oft von oben herab behandelt würden - weil man eben so klein sei. Das will Torsten Hölzel ändern. "Wir müssen selbstbewusst sein und stark und wachsen. Größe ist Stärke", betonte er die Spielregeln. "Es ärgert mich, wenn auf uns herabgeschaut wird", sagte er und fügte an: "So viele Ingenieure und Erfinder wie es hier gibt - da kann mancher große Konzern von träumen." Er wolle auf Augenhöhe kommen mit den Kunden. Ein Erfolgsgeheimnis dabei sei seine Strategie zur Gewinnung hochqualifizierter Nachwuchskräfte - Kooperationen mit dem Löbauer Gymnasium, dem Berufsschulzentrum und auch mit der Hochschule Görlitz/Zittau. Und das Wachstum ist in vollem Gange. "Wenn es so weiterläuft, werden wir noch in diesem Jahr den 500. Mitarbeiter begrüßen können", sagte er.

Hölzel kritisierte die sächsischen Wirtschaftsförderungs-Programme. Die Firma habe dank der Bemühungen von Ministerpräsident Kretschmer eine Förderung für die aktuelle Erweiterung erhalten - tatsächlich aber sei ATN inzwischen zu groß geworden, um die Regularien einer normalen Förderung zu erfüllen. Dafür müsse man etwa entweder einen neuen Standort eröffnen, ein neues Produkt auf den Markt bringen oder ein komplett neues Geschäftsfeld eröffnen - all das sei aber bei ATN gerade nicht der Fall. Und er wolle auch nicht aus Oppach weggehen, sondern sich hier vergrößern. "Ich verstehe nicht, wie zum Beispiel ganz große Unternehmen wie Bosch hier dann an die Riesen-Förderkohle kommen", sagte er in Anspielung der Neuansiedlung des Großkonzerns in Dresden.

Kretschmer mahnt klugen Umgang mit Milliarden an

Alt-Ministerpräsident Georg Milbradt ermunterte Hölzel zu einem "Weiter so!". "Die Grundsteinlegung ist ein Zwischenschritt - und so wie ich Torsten Hölzel kenne, nicht der letzte", sagte er. Der Freistaat sei dankbar für Unternehmer wie ihn. "Wenn Sie Erfolg haben, hat Sachsen Erfolg, hat die Oberlausitz Erfolg, hat Oppach Erfolg."

Ministerpräsident Michael Kretschmer griff die Förderprogramm-Kritik von Hölzel auf und gab ihm recht. "Wir müssen dahin kommen, dass mittelständische Unternehmen, die hier groß geworden sind, die Chance bekommen, um das Zehnfache zu wachsen", sagte er. Kretschmer lobte Hölzel für dessen unternehmerischen Mut und dessen Zuversicht. "Ich hoffe, dass Sie noch mehr Menschen in der Region mitreißen", so Kretschmer. Insbesondere mahnte er einen intelligenten Umgang mit den Milliarden aus dem Fonds für den Kohleausstieg an. Es habe keinen Sinn, das viele Geld nur in kommunale Infrastruktur zu stecken. "Wir müssen in neue Technologie investieren. Wir werden das in der Oberlausitz schaffen, wenn wir jetzt anfangen zu investieren", sagte er.

Wie ist das mit Tesla?

Und dann sind da noch diese Gerüchte um den neuen Großkunden von ATN. Die besagen, dass die Firma ihre Spezialtechnologie für das Verkleben von Autoscheiben im gerade entstehenden Werk des US-Elektroauto-Pioniers Tesla im brandenburgischen Grünheide installieren wird. Bestätigen will Torsten Hölzel das auf SZ-Anfrage so nicht, nur so viel: "Wir haben einen Großauftrag von einem namhaften Hersteller von E-Autos im Großraum Berlin." Dieser Auftrag habe ein Volumen von mehreren Millionen Euro und betreffe die Endmontage von Fahrzeugen.

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