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Oberlausitz-Botschafter mit 40 Tonnen

Die Eibauer Spedition Priebs macht jetzt mit einem zweiten Truck Werbung für ihre Heimat. Besondere Fahrzeuge haben in dem Familien-Unternehmen Tradition.

Geschäftsführer David Priebs mit seinen zwei Lastzügen mit Oberlausitzer Motiven.
Geschäftsführer David Priebs mit seinen zwei Lastzügen mit Oberlausitzer Motiven. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Eibauer Spedition "Christian Priebs KG" ist mit ihren 35 Fernverkehrs-Lastzügen und einer großen Lagerhalle eines der führenden Logistik-Unternehmen im Kreis. Ganz nebenbei ist die Firma auch noch ein führender Werbeträger der Region. Seit 15 Jahren schon rollt einer ihrer Lkw mit Heimatmotiven als Oberlausitz-Botschafter durch die gesamte Republik und das benachbarte Ausland. Jetzt ist ein zweiter "Oberlausitz"-Sattelzug dazu gekommen - und es sollen noch mehr werden.

"Die Oberlausitz ist unsere Heimat. Das wollen wir auch mit unseren Fahrzeugen zeigen", sagt Junior-Chef David Priebs. Begonnen hat dieses Heimatbekenntnis in der Optik der Lastwagen schon vor vielen Jahren - zunächst allerdings nur für Oberlausitz-Kenner ersichtlich. "Mein Vater Dirk wollte die Fahrzeuge immer schon regional hervorheben", erzählt Priebs. Deshalb habe man die Laster ab der Mitte der 1980er-Jahre gelb-blau lackiert - in den Farben der Oberlausitz. Und die Priebs-Laster waren schon damals auch in anderer Hinsicht Exoten.

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Immer schon besondere Fahrzeuge in der Flotte

"Unse Familien-Unternehmen ist jetzt 131 Jahre alt", erzählt der 33-jährige Juniorchef - und auch zu DDR-Zeiten sei es stets ein Familienunternehmen gewesen, damals freilich mit wesentlich kleinerer Flotte. Die aber war besonders. "Wir hatten schon damals überwiegend Volvo-Fahrzeuge", sagt er - nicht wie die meisten anderen W50 aus DDR-Produktion oder die ebenfalls verbreiteten Skoda-Lastzüge. "Die Volvo-Lkw kamen meistens aus dem Interzonen-Verkehr", erklärt Senior-Chef Dirk Priebs. Dort wurden sie oft ausgemustert, weil Ersatzteile oder das technische Know-how fehlten. Priebs übernahm und reparierte selber. Bei einer Volvo-Flotte ist die Spedition bis heute geblieben.

Dieser Volvo-Lkw aus dem Baujahr 1975 fährt seit 1987 bei Priebs und wurde im vergangenen Jahr aufwendig restauriert - er trägt noch die vormalige Firmenbezeichnung "Bruno Priebs KG".
Dieser Volvo-Lkw aus dem Baujahr 1975 fährt seit 1987 bei Priebs und wurde im vergangenen Jahr aufwendig restauriert - er trägt noch die vormalige Firmenbezeichnung "Bruno Priebs KG". © privat
So fuhr der Lastzug 1992 für Priebs.
So fuhr der Lastzug 1992 für Priebs. © undefined
Eine Aufnahme des Fahrzeugs von 1987.
Eine Aufnahme des Fahrzeugs von 1987. © undefined
Der 90 Jahre alte Ford-Laster ist ein Prachtstück der Firma. David Priebs Urgroßvater hatte ein baugleiches Fahrzeug im Einsatz.
Der 90 Jahre alte Ford-Laster ist ein Prachtstück der Firma. David Priebs Urgroßvater hatte ein baugleiches Fahrzeug im Einsatz. © undefined
Ein Original-Foto von 1936.
Ein Original-Foto von 1936. © undefined

Mit aufwendiger Oberlausitz-Optik ließ Senior Dirk Priebs dann 2005 einen Lastzug gestalten. Seine Flanken zieren der Gusseiserne Turm in Löbau, das Reiterhaus in Neusalza-Spremberg, die Spreequelle, das Zittauer Boahnl, der Berg Oybin nebst Bergkirche oder auch die Bockwindmühle in Kottmarsdorf. Und als Eigenwerbung zur Firmenhistorie ist auch die Pferdekutsche abgebildet, mit der die Familie stets am Eibauer Bierzug teilnimmt. "Damals wurde das noch in Airbrush-Technik von einem Künstler aus dem bayerischen Mitterteich gemacht", erzählt David Priebs. Über zwei Wochen stand der Lkw dafür bei dem Künstler und über 10.000 Euro hat das Kunstwerk gekostet.

Kreativ mit Computer und Folie

Die Firma hat auch Trucks mit Bildern historischer Fahrzeuge aus ihrer Flotte geschmückt oder einer schwarz-weiß karierten Zielflagge als Rennmotiv - denn Dirk Priebs war in der Vergangenheit auch schon im Truck-Rennsport aktiv. Nun aber wollte Dirk Priebs einen weiteren "Oberlausitz"-Truck in der Flotte. Dafür wurde er selbst kreativ - und nutzte eine modernere Technik als das aufwendige und teure Airbrush.

"Ich habe am Computer ein Oberlausitz-Wappen und ein Sachsen-Wappen bearbeitet", erzählt er. Am schwersten sei es dabei gewesen, den optischen Effekt einer wehenden Flagge hinzubekommen. Dieses Motiv ließ er bei der Löbauer Werbetechnik-Firma Pai auf großformatige Folien drucken, mit denen die beiden Flanken des Sattelzuges beklebt wurden. "Das ist leichter und langlebiger als eine Lackierung und kann auch leichter ausgetauscht werden", sagt David Priebs.

Weitere "Oberlausitz"-Trucks sollen folgen

David Priebs weiß zwar nicht, ob seine "Oberlausitz"-Trucks tatsächlich schon einmal Touristen in die Region gelockt haben, aber einen Erfolg erkennt er schon. "Viele Kunden erinnern sich an unsere Fahrzeuge und sagen: ,Oh, die hübschen gelben'", erzählt er. Auch für seine Fahrer sei der Einsatz auf den Lkw ein schönes Erlebnis, weil sie für viele sympathische Begegnungen sorgen. "Wir werden auch oft angefragt, an Wochenenden mal einen unserer "Oberlausitz"-Lkw abzustellen", erzählt er. So etwa beim Museumsfest in Großschönau zum Tag der Oberlausitz. Nach und nach will er seine Heimat-Flotte um weitere Motiv-Trucks erweitern. "Wenn wir einen pro Jahr schaffen, ist es schön", sagt Priebs.

Die beiden "Oberlausitz"-Trucks der Eibauer Spedition Priebs mit Wappen, dem Gusseisernen Turm, dem "Reiterhaus" und dem Zittauer Boahnl.
Die beiden "Oberlausitz"-Trucks der Eibauer Spedition Priebs mit Wappen, dem Gusseisernen Turm, dem "Reiterhaus" und dem Zittauer Boahnl. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Das Zugfahrzeug des ersten Motiv-Lkw zeigt die Bergkirche vor dem Berg Oybin, die Spreequelle und das Wappen der Oberlausitz.
Das Zugfahrzeug des ersten Motiv-Lkw zeigt die Bergkirche vor dem Berg Oybin, die Spreequelle und das Wappen der Oberlausitz. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

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