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Löbau

Zeitzeugen gesucht aus der "Generation Mauerbau"

Für ein Projekt soll der Jahrgang 1961 aus dem Kreis Görlitz über seine Erfahrungen vor und nach der Wende erzählen - auch mit Blick auf Krisen wie Corona.

Am 13. August jährte sich der Tag des Mauerbaus in Berlin zum 60. Mal.
Am 13. August jährte sich der Tag des Mauerbaus in Berlin zum 60. Mal. © AP

Sie hat 30 Jahre im geteilten und 30 Jahre im vereinten Deutschland gelebt: die "Generation Mauerbau". Für ein multimediales Zeitzeugenprojekt suchen KRRO Film, die Stiftung "Berliner Mauer" und die Uni Konstanz nun Menschen aus dem Jahrgang 1961 - auch aus dem Landkreis Görlitz. Die Inhalte der Interviews werden die persönlichen Ost-West-Perspektiven und die erlebten Transformationsprozesse sein. "Wir sind schon sehr gespannt auf die einzelnen Erlebnisse und Erfahrungen", teilt Medienkünstlerin Ina Rommee von KRRO Film mit.

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Laut den Initiatoren des Projekts haben 2020 und 2021 die Menschen in ihren Grundfesten erschüttert: Während viele Menschen im Westen Deutschlands in der Corona-Krise erstmals überraschende und einschneidende Veränderungen des Alltags erlebten, ist dies für die in der DDR aufgewachsenen Menschen keine neue Erfahrung. Sie haben – mitten im Leben stehend – nach der Wiedervereinigung eine massive Transformation erlebt, die für viele eine vollkommene Neuorientierung im beruflichen und privaten Leben nach zog. "Wir fragen nach systematischen Unterschieden zwischen der krisenerfahrenen und krisenunerfahrenen Gruppe", so Juniorprofessorin Christiane Bertram von der Uni Konstanz. "Wie erleben die Menschen im Osten und Westen im Jahr 2021 die Corona-Krise, aber auch weitere Krisen wie die Klima- und Demokratiekrise?"

Die Interviews werden bei den Protagonisten zu Hause von September bis November mit Video aufgezeichnet. In einem ersten, lebensgeschichtlichen Teil erzählen die Teilnehmer von ihren Erfahrungen vor und nach der Wiedervereinigung, in einem zweiten Teil kommen gezielte Fragen nach den Krisenerfahrungen. Die Interviews werden wissenschaftlich ausgewertet und in der historisch-politischen Bildung innerhalb und außerhalb der Schule genutzt. Interessierte können sich ab sofort in eine Online-Datenbank eintragen. (SZ)

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