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Zum Tode verurteilt, aber nicht hingerichtet

Obwohl es am 20. April 1545 in Löbau einem Mörder an den Kragen gehen sollte, kam er noch einmal davon. Das war damals kein Einzelfall.

Symbolbild
Symbolbild © Oliver Berg/dpa

Normalerweise wurde ein Mörder vor 500 Jahren hingerichtet. Nicht so in Löbau.

Als am 20. April 1545 ein gewisser Mathias Kuntze „von der großen Sweynitz“ (Großschweidnitz) vor dem „hochnotpeinlichen Halsgericht“ stand, weil er den Müller Georg Lange von der Hammermühle Kleinschweidnitz mit einem Brotmesser erstochen hatte, wartete alles auf das Todesurteil. Und das wurde von dem im Weinkeller des Löbauer Rathauses tagenden Gericht auch gesprochen.

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Nur: Kuntze lebte weiter. Die Stadt Löbau sparte sich die Hinrichtung, deren Kosten sie hätte tragen müssen. Da war sie im konkreten Fall besser dran, dem Verurteilten einen sogenannten Abtrag, quasi einen Loskauf, zu gewähren. Der Mörder zahlte, ein Teil des Geldes kam in die Stadtkasse, der beträchtlichere Teil aber in die Taschen der Richter und Schöppen. Wie aus historischen Unterlagen hervorgeht, soll diese einträgliche Art der „Begnadigung“ in Löbau kein Einzelfall gewesen sein. (dD)

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