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Löbauer sollen mitreden

Mit einer Idee der Bertelsmann-Stiftung will die Bürgerliste Löbau eine neue Plattform starten.

© Bernd Gärtner

Von Constanze Junghanß

Löbau. Mehr Leute möchte die Bürgerliste Löbau künftig ansprechen. Das sagt René Seidel, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Zwar gibt es bereits den Bürgerstammtisch des Vereins, der auch eine Fraktion im Stadtrat stellt. Er findet einmal im Monat statt. „Da sind im Durchschnitt 15 bis 20 Leute dabei“, berichtet der Löbauer. Nun soll eine weitere Plattform gegründet werden. „Bürgerforum“ heißt sie und René Seidel hofft, damit künftig bis zu etwa fünfmal mehr Menschen anzusprechen.

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Auftakt für die erste zweistündige Veranstaltung ist am kommenden Montag, dem 9. April, und der Treff dazu ist im Gebäude der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft (Kuweit) auf der Poststraße. Die bewährten Bürgerstammtische sollen dennoch weiterhin stattfinden. „Dort geht es bisher eher um einzelne Anliegen der Einwohner“, so Seidel. Beim Bürgerforum dagegen sollen übergeordnete Themenkomplexe eine wichtige Rolle spielen – angefangen von den Möglichkeiten der Mobilität in der Stadt bis hin zur demografischen Überalterung. Gemeinsam mit den Bürgern der Stadt soll so ein Programm bis zu den Kommunalwahlen 2019 entstehen. Die Einwohner bekommen also ein Mitspracherecht, auf welche Anliegen in Zukunft besonders der Fokus gelegt werden soll. „Damit wollen wir nicht erst kurz vor der Wahlzeit beginnen“, sagt René Seidel.

Mit der Wahl im nächsten Jahr seien große Veränderungen im Stadtrat zu erwarten. Entwickelt hat die Idee eines Bürgerforums die Bertelsmann-Stiftung zusammen mit der Heinz Nixdorf-Stiftung. 2014 gab es fünf Modellkommunen, die mit den Menschen in den Orten konkrete Ideen für ihre Gemeinden umgesetzt haben. An dieser Idee orientiert sich jetzt auch die Löbauer Bürgerliste. Für die hiesige Region ist das in so einer Form eine Premiere.

Nach der Startveranstaltung am kommenden Montag sollen sich im Mai das „World-Café“ und eine mehrmonatige Online-Zusammenarbeit anschließen. Beim „World-Café“ wird es dann festgelegte Themenschwerpunkte geben, die gemeinsam mit einem Moderator diskutiert und ausgearbeitet werden. „Dazu wollen wir neben Fraktion und Verein auch ganz gezielt in den Ortschaften einladen“, kündigt René Seidel an – und auch, dass sich damit so viele Einwohner wie möglich an kommunalpolitischen Themen beteiligen können. Was bei den Veranstaltungen vom Bürgerforum herauskommt und wo die Einwohner von Löbau und den Ortsteilen sich einklinken könnten, wird im Internet auf einer Online-Plattform zusammengefasst. Auch da sei es dann möglich, Ergänzungen und Diskussionen einzubringen. Vorteil der Online-Arbeit wäre, dass Löbauer, die aus Zeitgründen oder wegen eingeschränkter Mobilität nicht bei den Treffen dabei sein können, die Informationen aus dem Internet auch zu Hause erhalten. Von Juni bis September dieses Jahres wollen Vereinsmitglieder der Bürgerliste außerdem die Ortschaften besuchen, um mit den Leuten zu sprechen und zu hinterfragen, was sie bewegt. Die Ergebnisse der Gespräche fließen in das Bürgerprogramm ein, das letztendlich gemeinsam mit den Löbauern entsteht.

Auftakt-Veranstaltung zum Bürgerforum: Montag, 9. April in der KuWeit GmbH, Poststraße 8, Beginn: 18.30 Uhr, Ende gegen 20.30 Uhr