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Löbauer Vereine rüsten nach Diebstählen auf

Nach der Einbruchserie installieren die Betroffenen Fenstergitter und Alarmanlagen. Das ist aber finanziell schwer zu stemmen.

© dpa

Von Constanze Junghanß

Löbau. Die beiden jungen Einbrecher haben jede Menge Straftaten auf ihrem Konto. Wie Thomas Knaup von der Pressestelle der Polizeidirektion Görlitz in der Vorwoche mitteilte, standen die beiden 17 und 23 Jahre alten Männer schon länger im Fokus der polizeilichen Ermittlungen. Mehr als zehn Einbrüche werden den beiden zugeschrieben. Das DRK in Löbau, die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde und der Löbauer Kegelverein sind jetzt unter anderem betroffen gewesen. Beim Katastrophenschutz verwüsteten die mutmaßlichen Diebe die Halle, brachen zuvor die Tür auf und machten es sich dann dort „gemütlich“: Kaffee wurde gekocht und auf einer mitgebrachten Playstation gespielt. Dank der Zivilcourage von Löbauer DRK-Mitarbeitern konnten die Einbrecher von der Polizei dingfest gemacht werden.

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Nichtsdestotrotz bleibt ein ungutes Gefühl bei den Bestohlenen zurück. Das weiß auch die sächsische Polizei. „Nach einem Einbruch in die eigenen vier Wände stehen die meisten Menschen unter Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre und das verloren gegangene Sicherheitsgefühl häufig mehr zu schaffen, als der rein materielle Schaden“, heißt es in einer polizeilichen Veröffentlichung zum Thema. Das mulmige Gefühl haben aber auch die jetzt betroffenen öffentlichen Institutionen und Firmen. Das DRK Löbau jedenfalls zog jetzt Konsequenzen: „Unsere Objekte sind mit Alarmanlage und Bewegungsmelder gesichert“, sagt Silke Seeliger, Geschäftsführerin vom DRK Löbau. Zumal der Einbruch in der Katastrophenschutz-Fahrzeughalle nicht der einzige gewesen ist. Auch beim DRK-Pflegedienst gab es bereits vor über einem Jahr einen solchen Vorfall. Das Büro wurde aufgebrochen, Fahrzeugschlüssel geklaut. „Zwei Autos stahlen die Einbrecher“, erzählt Frau Seeliger. Ein Fahrzeug blieb verschwunden, das andere wurde von der Polizei sichergestellt. Allerdings bauten die Diebe damit einen Unfall. „Das Auto war nur noch Schrott“, so die Geschäftsführerin. Zum Glück konnte die Versicherung greifen, um den Schaden zu regulieren.

Bei den Ostsächsischen Eisenbahnfreunden in Löbau stiegen die Straftäter ebenfalls ein. Die Schadenshöhe beziffert Vereinsvorsitzender Alfred Simm mit rund 10 000 Euro. Und auch bei den Eisenbahnfreunden griffen Diebe öfter zu. Zehn bis 15 Einbrüche gab es in der Vergangenheit. „Wir haben unser Gelände im Laufe der Zeit immer weiter verbarrikadieren müssen“, so der Vereinschef. Nach dem jüngsten Vorfall nun Mitte März wurden zusätzliche Stahlgitter vor den Türen angebracht. „Auch die noch nicht gesicherten Fenster bekommen jetzt Gitter davor“, sagt Alfred Simm. Zwar habe es auch zusätzlich noch ein Angebot einer Sicherheitsfirma gegeben. Doch für einen Verein sei so was finanziell nicht zu stemmen. Um die aktuellen Schäden zu beseitigen und ihr Terrain weiter zu sichern, sind die Eisenbahnfreunde auf Spenden angewiesen. Besonders dankbar sind Simm und seine Mannschaft über sämtliche Unterstützung, die bisher gekommen ist, und vor allem über einen großzügigen Geldbetrag von 1 000 Euro der Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft (Soeg). Die hatte Ende März den Innovationspreis vom Landkreis Görlitz für die umgebauten Urlaubswaggons mit Standort in Oybin erhalten – und das Preisgeld prompt an die Löbauer Kollegen für die Schadensregulierung und Sicherung des Geländes weitergereicht.

Solch eine Finanzspritze gibt es für den kleinen Löbauer Kegelverein nicht. Maik Jacob, zweiter Vorstandsvorsitzender der Kegelfreunde, hofft nun, dass die Versicherung greift. Denn auch bei den Keglern war das Diebesduo unterwegs gewesen. Sie zerschlugen das Glas der Eingangstür, schleppten den Tresor raus und knackten den auch. „Darin befanden sich neben Bargeld die Vereinsunterlagen“, sagt Jacob. Die Fenster vom Vereinsgebäude sind mit Rollläden gesichert. Was sich der kleine Verein ebenso wenig leisten kann, wie die anderen Betroffenen, ist ein Sicherheitsdienst. Dabei haben auch die Kegler in den letzten eineinhalb Jahren bereits drei- bis viermal mit Einbrüchen zu tun gehabt. Aktuell ist die kaputte Tür nun notgesichert worden.

Die Polizei rät: „Um Einbrüchen in Geschäftsräumen, aber auch privaten Wohnhäusern erfolgreich zu begegnen, ist es sinnvoll, wirkungsvolle und auf die Rahmenbedingungen abgestimmte Sicherheitstechnik bei der Bauplanung zu berücksichtigen oder nachzurüsten.“ Aus diesem Grund führt das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen sogenannte „Errichterlisten“. In diesen sind von der Polizei geprüfte und empfohlene Firmen zu finden, die sich dafür einem speziellen Aufnahmeverfahren des LKA unterzogen haben.