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Löbaus Poetenviertel

Die Häuser an der Äußeren Bautzener waren lange ein Schandfleck. Das erste ist nun fast fertig saniert.

© Matthias Weber

Von Romy Altmann-Kühr

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Es riecht nach frischer Farbe. Maler sind gerade noch damit beschäftigt, die letzten Pinselstriche zu machen – sprichwörtlich. Dann sind die Wohnungen an der Äußeren Bautzener Straße, im Haus mit der Nummer 31, fertig. Bis zur obersten Etage haben sich die Maler schon vorgearbeitet. Die Farben Blau, Gelb und Braun dominieren das Treppenhaus. „Das sind die originalen Farben aus dem Baujahr 1927“, sagt Ullrich Wustmann, Geschäftsführer der Wohnungsverwaltung und Bau GmbH Löbau (Wobau). Die Wobau ist Eigentümer der historischen Häuser an der Äußeren Bautzener. Sie stehen unter Denkmalschutz, deshalb hat die Denkmalschutzbehörde Auflagen erteilt, was bei der Sanierung zu beachten ist. Der Erhalt der historischen Farbgebung ist eine solche Auflage. Eine andere betrifft die Wohnungseingangstüren. Die sind massiv aus Holz mit dunklem Anstrich und stammen ebenfalls noch von 1927. „Wir mussten sie aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten“, berichtet Wustmann. Eine kleine Anpassung an die heutige Zeit wurde aber vorgenommen. Die kleinen Glasscheiben in den Original-Türen wurden durch Holz ersetzt. „Wegen des Einbruchschutzes“, wie Ullrich Wustmann erklärt.

Erhalten wurden auch die historischen Figuren an der Fassade.
Erhalten wurden auch die historischen Figuren an der Fassade. © Matthias Weber
Wobau-Chef Ullrich Wustmann im Treppenhaus, das die originale Farbgebung aus der Bauzeit des Hauses 1927 erhielt.
Wobau-Chef Ullrich Wustmann im Treppenhaus, das die originale Farbgebung aus der Bauzeit des Hauses 1927 erhielt. © Matthias Weber

Lange stand das Viertel an Löbaus Ausfallstraße in der Kritik wegen der vielen leer stehenden und immer mehr verfallenden Häuser. Seit dem vorigen Jahr tut sich hier etwas. Die Wobau hat begonnen, die Häuserzeile zu sanieren. Von außen sind die Gebäude der vier Eingänge mit den Hausnummern 25 bis 31 schon wieder schick. Das Eckhaus mit der Nummer 31 ist nun als erstes bezugsfertig. Bei einem Tag der offenen Tür hatte die Wobau vor Kurzem die Wohnungen für Neugierige geöffnet. „Die Resonanz war sehr gut“, schildert Wobau-Geschäftsführer Wustmann. „Auch viele ehemalige Bewohner kamen, um zu sehen, was aus den alten Häusern geworden ist.“ Zu sehen bekamen sie frisch sanierte Ein- bis Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen. Das Ergebnis sind bereits einige reservierte Wohnungen. Ab April können die Interessenten einziehen. Außen sind jetzt noch Balkons anzubringen. Von dort aus schauen die künftigen Bewohner in den Hinterhof, Richtung Süden. Die Außenanlagen im Hof werden nach Abschluss der Bauarbeiten auch noch begrünt und verschönert, versichert der Wobau-Chef.

Neuer Name für Wohnviertel

Gedacht sind die Wohnungen für sozial Schwächere. Um die Wohnungen für diesen Zweck auszubauen, hatte die Stadt Löbau auch Fördermittel zur Sanierung beantragt. Ullrich Wustmann denkt da zum Beispiel an Rentner als neue Mieter. Damit sie leichteren Zugang in die Wohnungen haben, wird am Nachbarhaus mit der Hausnummer 29 ein Aufzug installiert. „Barrierefrei sind die Wohnungen deshalb aber nicht“, schränkt Ullrich Wustmann ein. „Eine halbe Treppe muss man trotzdem bewältigen. Das geht von der baulichen Struktur her nicht anders.“ Das Haus Nummer 29 soll zum Sommer dieses Jahres bezugsfertig sein. Für 2019 rechnet Ullrich Wustmann mit der Fertigstellung der Aufgänge 25 und 27. In diesen Häusern wird es dann auch größere Wohnungen geben, so Ullrich Wustmann von der Wobau. Insgesamt sind dann zunächst 40 Wohnungen entstanden. Das soll aber erst der Auftakt sein zur Verschönerung des Viertels. Laut Ullrich Wustmann möchte die Wobau weitere Häuser in der Zeile sanieren. „Das geht aber nur nach und nach“, so der Wobau-Chef. Denn die Kosten für die Sanierung sind hoch, mit etwa einer Million Euro pro Gebäude müsse man bei der Sanierung rechnen, so Wustmann. Die ganze Straße soll am Ende wieder ein einladendes Bild abgeben, so die Zukunftsvision. Dabei gibt es noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Die Hausnummern 21 und 23 beispielsweise haben kunstvolle, historische Balkons an der Straßenseite.

Ullrich Wustmann ist jedenfalls sicher, dass hier, nahe dem Löbauer Zentrum, ein schönes Wohnviertel entstehen wird. Wenn nach dem Abschluss der Straßenbauarbeiten am Kreisverkehr die Äußere Bautzener künftig wie geplant eine 30er Zone wird, dann bedeute das für die Bewohner noch einmal eine Aufwertung, so der Wobau-Geschäftsführer.

Einen Namen gibt es für das Wohn-Arreal auch schon: Poetenviertel hat die Wobau den Bereich genannt. Das kommt daher, dass die umliegenden Seitenstraßen die Namen bekannter Dichter wie Lessing und Goethe tragen.