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Löcher ins Auto gebohrt

Eine 77-Jährige verursacht einen Unfall, bei dem eine 15-Jährige schwer verletzt wird, und haut ab. Vor Gericht leugnet sie und weigert sich, ihren Führerschein abzugeben.

© Symbolbild/Franziska Gabbert/dpa

Von Helene Krause

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Döbeln/Lommatzsch. Am späten Abend des 17. April 2017 krachte es am Abzweig Kleinmockritz auf der Kreisstraße von Dreißig nach Meila ganz erheblich. Vor einer 77-jährigen Fahrerin eines Opels fuhren zwei Kleinkrafträder. Obwohl die 15-jährige Fahrerin des ersten Krades blinkte, um nach links abzubiegen, überholte die Rentnerin. Es kam zum Zusammenstoß. Doch das war noch nicht alles. Anstatt auf die Polizei zu warten, fuhr die Unfallverursacherin einfach davon. Sie hatte nur gefragt, ob ein Krankenwagen gerufen wurde.

Wegen des Vorfalls erhielt die 77-Jährige einen Strafbefehl. Sie sollte eine Geldstrafe in Höhe von 2 800 Euro zahlen. Dagegen ging sie in Einspruch. Jetzt stand sie wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht vorm Amtsgericht Döbeln. Bei dem Unfall wurde die 15-jährige Kradfahrerin erheblich verletzt. Unter anderem erlitt sie eine Verletzung der Milz und der rechten Niere, eine Halswirbelprellung sowie zahlreiche Knochenbrüche und Abschürfungen. Bis zum 24. April 2017 lag sie im Krankenhaus. Noch heute hat sie durch den Unfall gesundheitliche Probleme.

„Es stimmt alles nicht“, leugnet die Angeklagte die Tat. „Ich hab sie nicht angefahren. Sie ist von allein gestürzt, weil sie zu schnell gefahren ist.“ Auf die Frage der Richterin, woher dann die Schäden an ihrem Opel kommen, erzählt die Angeklagte eine wirre Geschichte. Sie behauptet, dass die Schäden ein Mann verursacht habe. „Er kam mit einem großen Bohrer und hat die Löcher in mein Auto gebohrt“, so die Angeklagte.

Auch als die Richterin ihr erklärt, dass der Strafbefehl ein moderates Angebot der Staatsanwaltschaft sei und sie, wenn sie den Einspruch nicht zurücknähme, wesentlich höher bestraft würde, tut sie das nicht. Erst als ihr Verteidiger mit ihr ein Gespräch führt, zieht sie ihren Einspruch zurück. So bleibt es bei den 2 800 Euro Geldstrafe. Als sie ihre Fahrerlaubnis für drei Monate abgeben soll, weigert sie sich zuerst. Wieder reden Verteidiger und Gericht ihr gut zu. Danach gibt sie das Dokument der Richterin.

Dabei hat die Lommatzscherin noch Glück, dass sie nur drei Monate nicht Autofahren darf und das Gericht nicht generell prüfen ließ, ob sie überhaupt noch fahr-tauglich ist.