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Lösung im Globus-Streit in Sicht

Der Konzern würde auf seinen Markt in der Leipziger Vorstadt in Dresden verzichten. Jetzt ist die Stadt am Zug.

© Visualisierung: Jörg Möser

Von Sarah Grundmann

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Mit oder ohne Globus? Diese Frage stellt sich in der Diskussion um einen Masterplan für die Leipziger Vorstadt bereits seit Langem und wird kontrovers diskutiert. Kritiker finden einen Baumarkt mit 8 000 Quadratmetern in dem Gebiet unattraktiv. Erst am Montagabend kamen sie zusammen und haben alternative Ideen diskutiert – mehr Platz für Wohnungen war der Konsens. Befürworter kritisierten wiederum die Hinhaltetaktik der Stadt gegenüber dem Unternehmen Globus, das Eigentümer des Areals ist und auf dem Markt besteht. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Der alte Leipziger Bahnhof in Dresden-Neustadt.
Der alte Leipziger Bahnhof in Dresden-Neustadt. © Archivbild: Sven Ellger

„Die rot-rot-grüne Stadtratsmehrheit arbeitet derzeit an einem Antrag, nach welchem die Stadt nach alternativen Flächen für Globus suchen soll“, sagt Thomas Löser (Grüne) der SZ. Schon im Kooperationsvertrag hatten Linke, Grüne und SPD festgeschrieben, dass die Stadt aktiv nach anderen Standorten suchen soll. Nun müsse gehandelt werden, so Löser: „Unsere Fraktion hat nichts gegen Globus; wir haben gegen keine Firma etwas, die sich in Dresden ansiedeln will.“ Trotzdem seien die Grünen der Meinung, dass das Areal am alten Leipziger Bahnhof anders erschlossen werden muss. „Somit wäre ein anderer Standort ein guter Kompromiss.“

Mit dem Unternehmen habe es dazu auch schon Gespräche gegeben. Der Konzern wolle nun endlich Gewissheit. Er habe signalisiert, dass er das Grundstück in der Leipziger Vorstadt verkaufen will, wenn die Stadt eine Alternativfläche anbietet. Vorschriften will Rot-Rot-Grün der Stadt diesbezüglich nicht machen: „Ob ein Globus-Markt im Zentrum oder am Stadtrand möglich ist, muss die Verwaltung prüfen“, so Löser. „Auch, ob es überhaupt geeignete Flächen in Dresden gibt.“ Vielleicht ja in der Albertstadt?

Bereits vor einem Jahr brodelte die Gerüchteküche um das Grundstück an der Ecke Stauffenberg-/Marienallee hoch. Weil sich die Stadträte gegen großteiliges Gewerbe in der Leipziger Vorstadt ausgesprochen haben, wurde gemunkelt, dass Globus seinen Markt stattdessen auf der Brache an der Offizierschule errichten möchte. Die Reaktionen der Stadträte waren schon damals durchmischt: Während Grüne, CDU und Linke sich den Alternativstandort durchaus vorstellen konnten, vertrat Vincent Drews von der SPD die Meinung, dass Globus in der Neustadt generell nichts zu suchen habe. Die Stadt dementierte die Gerüchte schon vor einem Jahr. Mittlerweile geht ein Bebauungsplan durch die Gremien. Demnach sollen auf dem Areal 700 Wohnungen entstehen. Beschlossen wurden diese Pläne allerdings noch nicht. Und was sagt Globus dazu?

Auf SZ-Anfrage bestätigt Enrico Wilde, der bei Globus für die Standortentwicklung zuständig ist, die Gespräche mit den Fraktionen. „Es bestand geradezu Einstimmigkeit darüber, dass Globus einen Platz in der Dresdner Handelslandschaft verdient“, sagt er. Auch Wilde fordert von der Stadt, dass nach Alternativ-Standorten gesucht wird: „Das war bisher nicht der Fall.“ Einen Antrag hält Wilde allerdings für unnötig. Wenn die Stadt Vorschläge macht, werde das Unternehmen diese auf seine Tauglichkeit prüfen. „Gleichzeitig vertreten wir weiterhin offen unser Vorhaben, als Unternehmen umfangreich in den Leipziger Bahnhof zu investieren und als Händler in die Stadt kommen zu wollen“, so Wilde.

Die Stadt wiederum sieht Globus bei der Standortfläche in der Pflicht. „Grundsätzlich kann Globus jederzeit auf die Realisierung seines Vorhabens am alten Leipziger Bahnhof verzichten und sich um einen anderen Standort bemühen. Dort müssten entsprechende Gutachten, insbesondere zur verkehrlichen und zur Einzelhandelsverträglichkeit erstellt werden“, so Rathaussprecher Kai Schulz auf SZ-Anfrage. Sollten der Verwaltung geeignete Standorte bekannt werden, werde sie diese aber mit dem Stadtrat diskutieren.

Kritiker des Globus-Marktes stellt der neue Lösungsansatz nicht zufrieden: Die Allianz für Dresden – ein Zusammenschluss von engagierten Bürgern, Vereinen und Unternehmen – fordert, dass das Unternehmen die Größe seines Marktes drastisch reduziert. Maximal 4 000 Quadratmeter seien mit dem Stadtbild vereinbar.