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Löwenhilfe für die Jugendwehr

Der Lions-Club hat mehr als die Erlöse einer Rallye ausgeschüttet. Vielleicht hilft ein Teil beim Aufbau einer Bambini-Wehr.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Leisnig. Wer anderen Gutes tut, bekommt selbst oft Gutes zurück. So halten es die Mitglieder des Leisniger Lions-Clubs schon seit ihrer Gründung. Im späten Frühjahr veranstalten sie seit zwölf Jahren eine Oldtimer-Rallye. Wer ihnen dabei hilft, den Weg auszuschildern, die Teilnehmer zu bewirten oder zu unterhalten, der kann danach mit einer Finanzspritze rechnen. Das sind bisher in schon eingespielter Art und Weise Nutzer des Jugendhauses Naundorf sowie die Mitglieder des Jagdhauses Kössern und des Fördervereins Schrebitz. Alle drei müssen Kosten erwirtschaften, um ihre Häuser und Museen zu betreiben.

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„Die Rallye bringt jedes Jahr so um die 2 000 bis 2 500 Euro ein“, sagte Präsident Christian Münch am Mittwochabend. Er hatte in das Gasthaus „Zum Stiefel“ Vertreter jener Gruppen, Vereine und Einrichtungen eingeladen, die eine Spende erhalten. Dass sich das Vereinszimmer gut füllte, liegt wohl auch daran, dass der Lions-Club noch eine größere Summe drauflegte und es somit mehr Begünstigte gab als manches Jahr davor, wie Münch erklärte. Insgesamt 4 500 Euro konnten diesmal verteilt werden. An der Zielgruppe änderte sich nichts. Die „Löwen“ unterstützen soziale Einrichtungen, die häufig sehr rechnen müssen, sowie diejenigen, die Angebote für Kinder und Jugendliche unterbreiten.

Letzteres tut die Feuerwehr nicht uneigennützig mit der Jugendfeuerwehr. Die ist in diesem Jahr das erste Mal von den Lions mit einer Spende in Höhe von 500 Euro bedacht worden. Als sie das hörten, seien sie freudig überrascht gewesen, sagte Jugendwart Marko Gentzsch. Zur Jugendwehr, und damit zur Feuerwehr-Nachwuchsschmiede für Leisnig und die Ortsteile, gehören im Moment 15 Mädchen und Jungen. „Wir hätten gern mehr“, gibt Gentzsch unumwunden zu. Doch die Nachwuchsgewinnung gestalte sich schwierig. Schon jetzt sind die Brandschützer bei Aktionen der Grundschule wie der Startparty am ersten Schultag dabei. Außerdem gab es wenig später zum ersten Mal auf dem Leisniger Marktplatz einen Feuerwehrtag, bei dem die Arbeit der Jugendwehr vorgestellt worden ist. „Die Resonanz darauf war mäßig“, bilanzierte Gentzsch. Trotzdem wollen er und seine Mitstreiter sich davon nicht entmutigen lassen. Im kommenden Jahr soll es wieder einen Jugendfeuerwehrtag geben – vielleicht an einem anderen Termin oder in Verbindung mit dem Zeltlager für die Feuerwehrjugend aus Leisnig, Hartha, Waldheim und Geringswalde. Dafür sind die Leisniger 2018 Gastgeber. Jedes Jahr ist eine andere Wehr an der Reihe.

Um noch früher an die Kinder heranzutreten, überlege die Feuerwehr Leisnig, eine Bambini-Wehr ins Leben zu rufen. Eine solche gibt es in der Region bisher nur in Etzdorf. Sie ist für Fünf- bis Siebenjährige gedacht. Ihnen wird spielerisch Wissen vermittelt. Um passende Einsatzkleidung geht es da noch nicht. Die wird erst in der Jugendfeuerwehr benötigt. Der Jüngste dort ist im Moment Yannick, der siebenjährige Sohn von Marko Gentzsch. Er ist bei der Feuerwehr groß geworden. „Ich habe ihn schon von klein auf mitgenommen“, so der Jugendwart. Auch Mädchen sind bei den Nachwuchsbrandschützern willkommen. Frauen sind in den Reihen der Ehrenamtlichen keine Seltenheit mehr. Zurzeit gehören in Leisnig und den Ortsteilen vier Frauen zu den aktiven Einsatzkräften. Zu denen rücken in diesem Jahr noch vier Mitglieder aus der Jugendwehr auf.

Außer der Feuerwehrjugend haben drei der sieben Kindereinrichtungen im Gemeindegebiet eine Spende bekommen: die beiden Leisniger und die Börtewitzer. Das Geld soll für das Projekt gesunde Ernährung, die neue Sandlandschaft im Wirbelwind und für Magnetspielzeug im Sonnenschein Verwendung finden. Die Black Diamonds in Hartha bekommen Geld und die Verkehrswacht Muldental. Das nächste Mal, so kündigte Präsident Münch an, sollen weitere Kitas berücksichtigt werden. Auch das Alternative Jugendzentrum könnte mit einer Spende rechnen, wenn Vertreter den Lions ihre Projekte vorstellen. Die Einladung dazu steht. Genauso sieht es mit dem Jugendhaus Roßwein aus.