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Schnelles Netz für Lohmen kommt

Lohmen hat einen Millionenauftrag für den Internetausbau vergeben. Bis zur Umsetzung vergehen aber noch Jahre.

Blick über Mühlsdorf und Lohmen in Richtung Kastanienallee. Bis überall Glasfaserleitungen liegen, dauert es noch.
Blick über Mühlsdorf und Lohmen in Richtung Kastanienallee. Bis überall Glasfaserleitungen liegen, dauert es noch. © Steffen Unger

Für die kleine Gemeinde Lohmen ist es das größte Budget, das sie jemals vergeben hat. Im Gemeinderat ging es im Moment der Abstimmung dann auch fast ein wenig feierlich zu. Jetzt mögen doch bitte alle deutlich sichtbar ihren Arm heben, mahnte Bürgermeister Jörg Mildner (CDU) - was die anwesenden Räte allesamt taten. Der Zuschlag für ein Projekt von 5,7 Millionen Euro ist damit erteilt.

Die Deutsche Telekom wird für diese Summe den Breitbandausbau in Lohmen übernehmen. Der Konzern hat sich damit gegenüber der Enso durchgesetzt, die ebenfalls geboten hatte. Die 5,7 Millionen Euro muss Lohmen freilich nicht als Kommune aufbringen, die Summe wird zu hundert Prozent mit Fördermitteln vom Bund und dem Freistaat Sachsen gedeckt.

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Lohmen und alle seine Ortsteile sollen in diesem mit Glasfaserleitungen erschlossen werden und damit endlich schnelles Internet bekommen. Gerade die Einwohner in Mühlsdorf, Uttewalde oder an der Herrenleite würden händeringend darauf warten, dass sie überhaupt angeschlossen werden, erklärte Bürgermeister Mildner.

Glasfaser für die Bastei

Nicht nur Wohnhäuser, sondern auch die weit außerhalb gelegenen Touristenattraktionen auf Lohmener Gebiet wie die Bastei, die Felsenburg Neurathen oder die Waldgaststätte Steinerner Tisch sollen mit zeitgemäßen Internetanschlüssen versorgt werden. Insgesamt werden dafür laut bisheriger Planung 161 Kilometer Glasfaserkabel verlegt - über und unter der Erde.

"Es wird das größte Tiefbauprojekt in der Gemeinde seit des Abwassers", kündigte Mildner an. Für die Einwohner und den Verkehr würden die Bauarbeiten auch einige Einschränkungen mit sich bringen, beispielsweise durch Baustellenampeln. Im Ortszentrum von Lohmen hätten aber sowohl die Telekom als auch die Gemeinde bei vergangenen Arbeiten schon einige Leerrohre verlegt, sodass nicht alles erneut aufgegraben werden muss, erklärte der Bürgermeister.

Kritik am Zeitplan

Bis es soweit ist, werden sich die unterversorgten Lohmener aber wohl noch einige Zeit mit schwachbrüstigen Internetverbindungen herumärgern müssen. Der frühestmögliche Termin für den Baubeginn liegt aus Sicht der Telekom im Jahr 2023. Fertig wäre das Glasfasernetz dann 2025. Bürgermeister Jörg Mildner bezeichnete diesen Terminplan als wenig ehrgeizig, die Anschlüsse kämen damit viel zu spät.

Aus dem Gemeinderat äußerte Silke Großmann (CDU) Kritik. Ein Bauzeitraum erst 2023 bis 2025 sei nicht akzeptabel. "Das können wir unseren Einwohnern gar nicht mehr vermitteln", sagte die Gemeinderätin. Der Konkurrent Enso hätte immerhin ein Jahr eher beginnen wollen. Allerdings schloss die Enso im Bieterverfahren insgesamt schlechter ab als die Telekom.

Silke Großmann sprach sich dafür aus, einen Vertreter der Telekom nochmals einzuladen, um möglichst einen früheren Baustart zu erreichen. Lohmen ist jedoch nicht die einzige Gemeinde, die derzeit mit der 100-Prozent-Förderung von Bund und Land den Breitbandausbau angeht. Dementsprechend begrenzt dürften die Ressourcen seitens der Telekommunikationsunternehmen und der Baufirmen sein.

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