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Lohnstau im Verkehrsmuseum

Antiquiert wie manches Exponat sind auch die Gehälter der Mitarbeiter. Der Stadtrat setzt sich nun für Lohnerhöhungen ein.

© Sven Ellger

Von Klemens Deider

Mit seinen Ausstellungen zur Fortbewegung mobilisiert das Verkehrsmuseum viele Dresdner und Auswärtige zum Besuch – mit steigendem Erfolg. Dass gerade bei den Gehältern der Mitarbeiter des Verkehrsmuseums seit vielen Jahren Stillstand herrscht, wollen drei Stadtratsfraktionen nicht länger hinnehmen. An diesem Donnerstag soll der Stadtrat über zwei Anträge entscheiden. Sie fordern die Verwaltung auf, dem kommunalen Museum mehr Geld für Lohnerhöhungen zu geben.

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Der Antrag der CDU-Fraktion sieht vor, den Finanzbedarf des Museums zu ermitteln. Dabei sollten die Gehälter der Mitarbeiter an jene des öffentlichen Dienstes angeglichen werden. Derzeit verdienen sie im Schnitt 25 Prozent weniger. Der gemeinsame Antrag von SPD und Linken sieht vor, den städtischen Zuschuss von jährlich 2,5 Millionen auf 2,6 Millionen Euro zu erhöhen. Der Finanzausschuss hat beiden Anträgen bereits zugestimmt.

Joachim Breuninger, Geschäftsführer des Museums, begrüßt die Vorschläge: „Die Stadtratsanträge finden wir super. Sie sind dringend nötig. Seit 2005 haben wir keine Lohnerhöhungen mehr durchgeführt“, sagte Breuninger. Im Jahr 2006 wechselte der Träger des Verkehrsmuseums – anstatt des Landes Sachsen war nun die Stadt Dresden zuständig. Dabei wurde das Museum in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt. Sie ist nicht an den Tarifvertrag gebunden.

Sollte eine Erhöhung des Zuschusses um 100 000 Euro jährlich kommen, würde das für jeden von Breuningers 32 Mitarbeitern eine Lohnsteigerung von etwa sieben Prozent bedeuten, so der Geschäftsführer. Zwar gebe es durch den Lohnstau der letzten 13 Jahre keine Kündigungen, aber neue Mitarbeiter zu gewinnen, falle deutlich schwerer, sagte er.

Aufgeschlossen zeigte er sich auch für den Stadtratsbeschluss zu den Eintrittspreisen. Am 1. März beschloss der Rat, dass die Stadt die Preise für alle städtischen Museen überarbeiten soll. Zudem sollen Kinder, Jugendliche und Berufsschulklassen generell freien Eintritt haben wie in den Museen des Freistaats.

„Ein freier Eintritt ist sinnvoll. Uns entgehen dadurch aber 150 000 bis 200 000 Euro im Jahr“, sagte Breuninger. Das wäre also nur möglich, wenn diese Summe von der Stadt finanziert würde.

Nächste Veranstaltung im Verkehrsmuseum: 7. Juni, 18 Uhr: „Golfstrom und Schwedenpanzer – West-Autos in der DDR“, ein Vortrag mit Björn Herrmann.