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Lok brannte bei Niederau

Kameraden waren am Freitagabend bis nach Mitternacht im Einsatz. Der Lokführer aus Tschechien hatte Glück.

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© Feuerwehr

Von Peter redlich

Niederau. Eigentlich wollten die Weinböhlaer ab Freitagnachmittag ihr Weinfest in Ruhe feiern. Auch die Feuerwehrleute. Doch zumindest für den Freitagabend kam alles anders. Um 19.16 Uhr wurden die Feuerwehren aus Niederau, Großdobritz und Weinböhla nach den Waldbränden der letzten Tage erneut zu einem Brand alarmiert.

Mit Atemschutzgeräten versuchten die Männer, ins Innere zu gelangen.
Mit Atemschutzgeräten versuchten die Männer, ins Innere zu gelangen. © Feuerwehr
Schließlich half nur, alles mit Schaum volllaufen zu lassen.Fotos: Feuerwehr (2)
Schließlich half nur, alles mit Schaum volllaufen zu lassen.Fotos: Feuerwehr (2) © Feuerwehr

Auf der Anfahrt bekamen die Kameraden die Information von der Leitstelle, dass es sich um eine brennende E-Lok handelte, welche in Höhe Gellertberg am Ortsausgang stand. Hinter sich hatte die Lok einen kompletten Güterzug. Flammen schlugen aus dem Motorraum des Zugfahrzeuges.

Da aufgrund der starken Rauchentwicklung die Feuerwehrleute nicht in die Lokomotive rein kommen konnten, erfolgte die Brandbekämpfung mittels Schaum von außen, schildern die Männer den Einsatz. Die Lok wurde komplett mit Schaum geflutet, informiert Jens Ruppert von der Rettungsleitstelle und selbst Feuerwehrmann.

Bei dem Lokbrand am Freitagabend in Niederau musste bei der Brandbekämpfung ein Kamerad der Feuerwehr kurzzeitig vom Rettungsdienst betreut werden.

Auf der Berliner Zugstrecke, kurz vor dem Bahnübergang am Gellertberg in der Gemeinde Niederau, war der Güterzug in Richtung Dresden zum Stehen gekommen. Der tschechische Lokführer konnte sich glücklicherweise rechtzeitig in Sicherheit bringen, so Ruppert. Besonders kritisch war der Einsatz, weil die Spannung am Fahrdraht der Bahn – etwa beim Nutzen von Wasser – die Männer mit Stromschlag gefährden kann.

Jens Ruppert: „Erst nachdem der ebenfalls alarmierte Notfall-Manager der Deutschen Bahn die Fahrleitung geerdet hatte, konnten die insgesamt 29 Kameraden der Wehren, die mit acht Fahrzeugen vor Ort waren, mit der Brandbekämpfung beginnen.“

Der Einsatz gestaltete sich durch das unwegsame Gelände und die Art des Schienenfahrzeuges als äußerst schwierig. Der Versuch das Triebfahrzeug von innen zu löschen, musste immer wieder aufgrund des extremen Qualms und der baulichen Enge des Fahrzeuges aufgegeben werden. Die Feuerwehrmänner entschlossen sich schließlich, das komplette Fahrzeug mit Löschschaum durch die Öffnungen zu fluten. Diese Methode brachte am Ende den gewünschten Erfolg und die Feuerwehr konnte nach 21 Uhr melden, dass das Feuer aus ist.

Der Kamerad der Niederauer Wehr, der vom Rettungsdienst betreut werden musste, hatte mit Kreislaufproblemen bei der Hitze zu kämpfen. Konnte aber wieder entlassen werden.

Nach dem gelöschten Brand, so Jens Ruppert, sei für die beschädigte Lok eine neue Lokomotive aus Dresden angefordert worden. Der komplette Güterzug wurde dann noch vor Mitternacht zum Bahnhof Dresden-Friedrichstadt geschleppt. Die Organisation übernahm der Notfall-Manager der Deutschen Bahn.

Bis dahin wurde von den Niederauern eine Brandwache am Zug eingerichtet. Kurz nach Mitternacht war der Einsatz dann auch für die Kameraden zu Ende.

Die Einsatzstelle wurde zuvor schon gegen 22 Uhr an die Deutsche Bahn übergeben. Bis nach Mitternacht war die gesamte Strecke für den Zugverkehr in beide Richtungen gesperrt. Die Kameraden konnten am Sonnabend wieder ungestört am Weinfest teilnehmen.