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Lok lungert weiter herum

Seit zwei Monaten steht ein Schwerlasttransport auf dem Autobahnparkplatz bei Bautzen. Der Spediteur hat sich total verkalkuliert.

© Uwe Soeder

Bautzen. Zwei Monaten nach einem unfreiwilligen Stopp eines Schwerlasttransports auf dem Autobahnrastplatz Oberlausitz bei Bautzen haben am Montag Arbeiten zur Weiterreise begonnen. Das in Polen beheimatete Transportunternehmen hatte einen technischen Sachverständigen beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Es ist für das Genehmigungsverfahren des Transportes bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde erforderlich. Der Verkehrsüberwachungsdienst der Polizeidirektion half vor Ort bei der Verwiegung des Gespannes. Die Polizei hatte den Sattelzug am Karfreitag gestoppt, weil das Fahrzeug erhebliche technische Mängel aufweist. „Der Sattelzug ist nicht geeignet, eine Lokomotive zu transportieren“, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup.

Bereist zuvor hatte der Unternehmer versucht, das Gewicht der Ladung und des Aufliegers zu reduzieren. So ließ er an der gut 42 Tonnen schweren Diesellok beispielsweise das massive Antriebsgestänge demontieren. Zudem spannte er eine nun vierachsige Zugmaschine vor, in der Hoffnung, dass die Gewichte und Achslasten des Schwerlasttransportes nun im erlaubten Rahmen liegen würden. Doch das Gegenteil war der Fall. Auch bei der erneuten Wägung waren die erlaubten Achslasten an der Zugmaschine und dem Auflieger überschritten. So ist das Gespann nicht genehmigungsfähig und wird vorerst nicht weiterfahren dürfen.

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Die ursprüngliche Ausnahmegenehmigung begrenzte das Gewicht des Schwerlasttransportes auf 62 Tonnen. Doch tatsächlich war das Gespann beinah sechs Tonnen schwerer, als es Karfreitag von der Polizei gestoppt worden war. Somit ist eine neue Genehmigung einer Straßenverkehrsbehörde unumgänglich. Zusätzlich bedarf es an dem Auflieger und an der Zugmaschine weiterer Achsen, um die insgesamt knapp 68 Tonnen Gewicht gleichmäßiger auf die Fahrbahn verteilen zu können. Allein unter der Zugmaschine wirkt eine Kraft von mehr als 35 Tonnen auf den Asphalt und damit immer noch deutlich mehr als erlaubt.

Auch muss die Ladung zusätzlich gesichert werden. Nur zwei Ketten hatten bisher dafür gesorgt, dass die Diesellok während der Fahrt nicht verrutschte. Das reicht jedoch nicht. Im Falle einer scharfen Bremsung oder eines plötzlichen Ausweichmanövers wäre die Ladung wahrscheinlich nicht zu halten gewesen, so Thomas Knaup.

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Die Bußgeldstelle der Landesdirektion wird sich nach Abschluss der Arbeiten mit den vier bereits eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren weiter befassen. Das zu erwartende Bußgeld wird für den 47-jährigen Fernfahrer vermutlich im dreistelligen Bereich liegen. Er zahlte bereits eine Sicherheitsleistung von knapp 800 Euro, welche mit der Höhe der dann tatsächlich von der Bußgeldstelle erhobenen Forderungen verrechnet wird. Auf das Transportunternehmen selbst kommen nach derzeitigem Stand Forderungen von mehr als 10.000 Euro zu.

Wann das Unternehmen, das die dreiachsige Diesellok vom Typ Fadlok 401 DA gekauft hat, die Fracht tatsächlich in Spanien erhalten wird, ist weiterhin ungewiss.