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Pirna

Loser Felsbrocken über dem Wanderweg

Eine entwurzelte Birke hebelte den Brocken nah an die Kante. Ein Bergsteiger entdeckte die Gefahr im Großen Zschand in der Sächsischen Schweiz.

Der Sandsteinblock klemmte in den Wurzeln einer umgekippten Birke. © Mike Jäger

Das hätte eine Tragödie auslösen können. Ende März hatte ein tschechischer Bergsteiger eine Gefahrenstelle im Großen Zschand in der Sächsischen Schweiz gemeldet. Am Klettergipfel Goldstein hatte der Sturm – vermutlich war es Tief Eberhard – eine Birke entwurzelt. Sie hing seitdem in rund 50 Metern Höhe über der Felswand, an der deren Fuß auch der Goldsteig, ein beliebter Bergpfad, entlangführt.

Was von unten jedoch nicht sichtbar war: Mitsamt der Birke hatte der Sturm auch einen großen Felsblock gelockert. Die Wurzeln des umgekippten Baumes hatten den Block mit einer Kantenlänge von 120 Zentimetern und 40 Zentimetern Dicke mit herausgehebelt. Der Sandsteinblock klemmte noch immer im Wurzelwerk fest, Baum und Steinbrocken Fels hingen gefährlich an der Felskante und drohten hinabzustürzen.

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Da diese Stelle nicht nur von Wanderern häufig frequentiert wird, sondern sich im Bereich der Südseite des Goldsteines auch viele beliebte Kletterrouten befinden, beauftragte die Nationalparkverwaltung erfahrene Kletterer, die Gefahr zu beseitigen. Die Bergsteiger kletterten mit Motorsäge und Wagenheber auf den Gipfel. Sie seilten sich zu der Stelle ab, sägten die Birke frei und beförderten Baum und Sandsteinblock schließlich ins Tal.

Viele Wege im Elbsandsteingebirge sind nach dem schweren Sturm vom 10. März auch weiterhin nicht passierbar, weil sie von umgestürzten Bäumen blockiert werden oder Gefahr von oben droht. In der Kirnitzschklamm bei Hinterhermsdorf etwa ist der Weg entlang der Oberen Schleuse gesperrt, weil dort umgestürzte Bäume über der Schlucht hängen. Oberhalb des Großen Zschands sind der Zugang zum Hinteren Raubschloss (Winterstein) sowie die Raubsteinschlüchte wegen Windbruchs gesperrt, außerdem der Kuhstall in Richtung Winterberg. Spezialisten arbeiten weiter an der Beräumung der Wege. Die Nationalparkverwaltung bittet Wanderer, auf allen Wegen um Vorsicht und empfiehlt, immer wieder nach oben zu sehen, um zu kontrollieren, ob noch lose Äste in den Bäumen hängen und auf den Weg fallen können. Prinzipiell gilt: Wanderer betreten den Wald auf eigene Gefahr.