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Lotto macht Spieler und Freistaat froh

Die Jahresbilanz von Sachsenlotto trüben jedoch Hürden beim Online-Spiel – beklagt sogar der Chef der staatlichen Lotterie-Gesellschaft.

Von Sven Heitkamp, Leipzig

Die sächsische Lotto-Gesellschaft behauptet sich im umkämpften Markt von Sportwetten und illegalen Wettanbietern. Im vergangenen Jahr hätten Lotto-Spieler für rund 290 Millionen Euro – und damit für 0,2 Prozent mehr Einsatz – an den verschiedenen Lotterien der staatlichen Lotto-Gesellschaft teilgenommen, berichtete gestern der Geschäftsführer von Sachsenlotto, Siegfried Schenek. Angesichts des Trends zu illegalen Anbietern im Internet sei es die zentrale Aufgabe von Sachsenlotto, für ein absolut sicheres und transparentes Spielangebot zu sorgen. Deutschlandweit werden im Jahr mehr als 70 Milliarden Euro für Glücksspiele ausgegeben, fast ein Drittel davon im wachsenden Markt im Internet, der aber nicht reguliert ist.

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Schenek kritisierte die teils bürokratischen Auflagen bei der Registrierung für das Lotto-Angebot im Internet. Ausländische und illegale Anbieter machten es Kunden leichter, online zu tippen. „Das sind Umsätze, die uns entgehen“, sagte Schenek. In der Folge sei Sachsen im deutschlandweiten Vergleich Schlusslicht: Die Internet-Spielanteile liegen noch bei unter zwei Prozent, in anderen Bundesländern aber bis zu dreimal so hoch. Erst mit diesem Jahr würden die hohen formalen Hürden gelockert. Bisher musste eine Registrierung für Sachsenlotto-Tipps im Internet auf dem Postweg per Einschreiben erfolgen. Es sei überdies nicht hilfreich, dass die staatliche Sportwette Oddset nicht im Internet gespielt werden könne.

Höchster Gewinn ins Vogtland

Die Sächsische Lottogesellschaft hat voriges Jahr 113,5 Millionen Euro aus Reinerträgen und Steuern an den Freistaat abgeführt. 141 Millionen Euro wurden als Gewinne ausgeschüttet, sie entfielen auf insgesamt zehn Millionen Einzelgewinne. Den höchsten Gewinn erhielt eine Frau aus dem Vogtland, die im September rund neun Millionen Euro erhielt. Im Oktober flossen fast 2,6 Millionen Euro an einen Lottospieler aus der Sächsischen Schweiz sowie weitere zwei Millionen Euro an einen Dauerspieler aus Nordsachsen. Insgesamt gab es vier neue Lotto-Millionäre und 27 Mitspieler mit sechsstelligen Gewinnen.

Mit Abstand am meisten spielen die Sachsen das klassische Lotto 6 aus 49. Es macht fast zwei Drittel des Umsatzes aus: An Samstagen waren das 2014 etwa 120 Millionen und mittwochs 61 Millionen. Die Lotterie Eurojackpot, die nun in 16 europäischen Ländern gespielt wird, steigerte ihren Anteil in Sachsen auf 6,6 Prozent. Der größte Gewinn ging dabei mit mehr als 560 000 Euro nach Leipzig. Zugelegt haben auch die vielen Rubbellose auf einen Umsatzanteil von 5,5 Prozent.

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