merken

Lügde: Ermittler stellen neue Beweismittel sicher

Polizisten gehen auf dem Campingplatz weiter dem Fall von massenhaftem Kindesmissbrauch nach. Dennoch ist das Vertrauen in die Beamten beschädigt.

Ein Hinweisschild zum Campingplatz Eichwald. Hinten sieht man die Rote Hütte des mutmaßlichen Täters. © Guido Kirchner/dpa

Lügde.  Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs in Lügde bei Detmold haben die Ermittler bei der erneuten Spurensicherung auf dem Campingplatz eine zweistellige Zahl von Gegenständen sichergestellt. Diese würden nun ausgewertet, teilten die Staatsanwaltschaft Detmold und der Polizei Bielefeld am Freitag mit.

Bei den dreitägigen Durchsuchungen fanden die Ermittler auf der Parzelle des Hauptverdächtigen demnach CDs, Disketten, SIM- und SD-Karten sowie Unterlagen. In der Unterkunft eines zweiten Beschuldigten wurden ebenfalls einige Gegenstände entdeckt. Eine genaue Zahl der sichergestellten Dinge wurde nicht genannt.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Die große SZ-Frühjahrsauktion

Bis zum 26. Mai fleißig mitbieten und sparen – bei der großen SZ-Frühjahrsauktion.

Die mutmaßlichen Tatorte sollten weiter abgesperrt bleiben, weitere Durchsuchungen seien aber derzeit nicht geplant, hieß es. Die Ermittler wollen einige der minderjährigen Opfer erneut befragen. "Es sollen damit aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse Verbindungen geklärt und Hinweise erlangt werden", hieß es.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Weitere Kinderpornos in Lügde gefunden

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz gab es viele Pannen. Nun ist von Differenzen zwischen Justiz und Innenministerium die Rede.

Symbolbild verwandter Artikel

Zahl der Missbrauchsopfer in Lügde steigt

Der Missbrauchsfall von Lügde nimmt immer erschreckendere Ausmaße an. Gegen den ehemaligen Leiter der Ermittlungskommission wurde Anzeige  erstattet.

Diensthundeführer Jörg Siebert steht mit seinem Belgischen Schäferhund Artus, der auf Datenträger spezialisiert ist, an der abgesperrten Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald und gibt dem Hund als Belohnung einen Ball. Der Spürhun © Guido Kirchner/dp

Nach massiven Versäumnissen bei der Ermittlungsarbeit der zunächst zuständigen Kreispolizei hatte sich der Fall zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. Pannen waren bekannt geworden: So verschwanden 155 Datenträger aus einem nicht gesicherten Raum bei der Polizei Lippe.

Seit 2008 wurden den bisherigen Erkenntnissen zufolge auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in mehr als 1.000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs. Drei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Ermittelt wird zudem gegen einen 16-Jährigen, der kinderpornografisches Material besessen haben soll, das auf dem Campingplatz entstanden ist. Weitere Ermittlungsverfahren laufen gegen zwei Beschuldigte wegen Beihilfe und gegen eine Person wegen Strafvereitelung. (dpa)