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„Lütte“ singt im Tom-Pauls-Theater

Angelika Mann kommt mit Liedern von Waldorff, Kreisler und Lakomy. Und erzählt aus ihrem bewegten Leben.

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© PR/Ralf Rasch

Von Thomas Morgenroth

Pirna. „Ich wünsch mir ein Baby sehr, richtig drall und rund“, sang Angelika Mann 1974 auf dem Album „Lacky und seine Geschichten“, dem zweiten von Reinhard Lakomy. Es war ihr größter Hit in der DDR, und ihr Wunsch ging mit Tochter Rike tatsächlich in Erfüllung: „Sie war genau so, wie ich sie besungen hatte“, sagt die Berlinerin, die wegen ihrer Körpergröße von nur 1,49 Metern den Spitznamen „Lütte“ bekam.

Vielleicht singt Angelika Mann, die im Juni 67 geworden ist, das freche Lied am Sonnabend im Tom-Pauls-Theater in Pirna. „Wenn es das Publikum will“, sagt sie. Allerdings wird sie dabei von keiner Band begleitet, sondern nur von Uwe Matschke am Steinway-Flügel. Er ist auch ihr Partner bei Chansons von Claire Waldoff und Couplets von Frank Golischewski oder Georg Kreisler, mit denen die stimmgewaltige Lütte einen unvergesslichen Kleinkunstabend verspricht. „Ich werde auch mein Champus-Lied singen“, sagt sie. Und „Liebes Tagebuch“ mit dezent frivolen Einträgen wie: „Ich will der Hafen für Deinen Kutter sein, für Deine Schraube will ich die Mutter sein…“, mit dem sie das Publikum immer wieder auf das Vorzüglichste unterhält.

Befragt von Peter Ufer, will Angelika Mann zwischen den musikalischen Beiträgen Auskunft über ihr Leben geben, das sie in ihrer 2013 erschienenen Autobiografie „Was treibt mich nur?“ zusammenfasste. Nach ihrer Ausbildung zur Sängerin und Pianistin arbeitete die Lütte nicht nur mit Lakomy zusammen, wenngleich das ihr wichtigster musikalischer Partner war, sondern auch mit Manfred Krug, der Klaus-Lenz-Bigband und Uschi Brüning. Mit Obelisk startete sie eine Solokarriere, die 1985 mit ihrer Ausreise nach Westberlin endete. Jedenfalls in der DDR, denn im Westen war das Multitalent als Sängerin, Pianistin und Schauspielerin weiterhin gefragt.

Die Übersiedlung, die freiwillig war, wie sie betont, hat Angelika Mann nie bereut. „Ich konnte tolle Sachen machen“, erinnert sie sich, „ich gastierte in Japan und Italien, habe Drehbücher geschrieben, war Pianistin, Sängerin und Schauspielerin, und das bin ich ja heute noch.“ 1987 hatte sie als Lucy in der „Dreigroschenoper“ im Theater des Westen einen Riesenerfolg, spielte lange Jahre im Kölner Schauspiel und folgte nach der Wende einer Einladung in den Berliner Friedrichstadtpalast. Dort war Angelika Mann die Hexe in „Hänsel und Gretel“ und kam mit der Show „Präsent 20“ wieder ins Fernsehen. Dort, im RBB, gibt sie seit 1999 in der Adventszeit die Märchenhexe Ratesumbria.

Bis heute ist die charismatische Entertainerin, die auch (widerlegte) Stasi-Vorwürfe und eine Insolvenz nicht aus der Bahn werfen konnten, auf den Bühnen gefragt. Auch in Dresden, in der Comödie, wo sie in Erfolgsstücken wie „Die Hexe Baba Jaga“ und „Kalendergirls“ mitspielte und aktuell in dem Musical „Höchste Zeit!“ zu erleben ist. Angelika Mann trat mit Eckart von Hirschhausen auf, tourte mit Veronika Fischer und nahm 2001 mit Reinhard Lakomy den „Traumzauberbaum 2“ auf – zusammen mit ihrer Tochter Rike, dem vielbesungenen Wunschbaby.

Angelika Mann, am 3.9., 19.30 Uhr, im Tom-Pauls-Theater Pirna; Tickets ab 21 Euro unterTelefon 03501 7793122.