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Wirtschaft

Lufthansa droht mit Stellenstreichungen

Die staatlich gestützte Airline verliert noch immer viel Geld. Weil sie mit den Gewerkschaften nicht vorankommt, droht sie nun mit Entlassungen.

Eine Lufthansa-Maschine auf dem Dresdner Flughafen: die Airline droht nun damit, Tausende Stellen zu streichen.
Eine Lufthansa-Maschine auf dem Dresdner Flughafen: die Airline droht nun damit, Tausende Stellen zu streichen. © ronaldbonss.com

Frankfurt/Main. Nach einem weiteren Milliardenverlust im zweiten Quartal verschärft die Lufthansa ihre Sparmaßnahmen. Der Vorstand stimmte die Mitarbeiter am Donnerstag auf betriebsbedingte Kündigungen ein, die bislang noch in Verhandlungen mit den Gewerkschaften durch andere Sparbeiträge vermieden werden sollten. Dieses Ziel sei nun auch für Deutschland nicht mehr realistisch, erklärte Vorstandschef Carsten Spohr. Bislang fehlen Abkommen mit Verdi und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Auch die Mitglieder der Kabinengewerkschaft Ufo haben dem erreichten Eckpunkte-Papier noch nicht zugestimmt.

Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa im zweiten Quartal einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 226 Millionen ein Jahr zuvor, wie der inzwischen vom Staat gestützte Konzern in Frankfurt mitteilte.

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Der operative Verlust (bereinigtes Ebit) lag mit knapp 1,7 Milliarden Euro noch höher. Dass es nicht noch schlimmer kam, verdankte das Unternehmen einem Rekordergebnis seiner Frachttochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte und rund 300 Millionen Euro Gewinn einflog.

Zur Jahreshälfte 2020 beträgt der Konzernverlust unter dem Strich 3,62 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte dort ein saisontypisches Minus von 116 Millionen Euro gestanden.

Vorkrisenniveau erst 2024?

"Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs", sagte Vorstandschef Spohr zur Vorlage des Halbjahresberichts. "Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau." Das wäre ein Jahr später als bisher geschätzt. Vor allem auf den Langstreckenverbindungen werde es keine schnelle Erholung geben.

Der Konzern will deshalb seine Kosten bis zum Jahr 2023 um 15 Prozent senken, die Flotte um mindestens 100 Flugzeuge verkleinern und 22.000 Vollzeitstellen abbauen. Davon entfallen laut früheren Angaben rund 11.000 auf Deutschland. Bis Ende Juni hat die Lufthansa die Zahl ihrer Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr bereits um knapp 8.300 auf 129.400 gesenkt, allerdings fast ausschließlich im Ausland.

"Auf diese Situation können wir nicht mit den Methoden, Prozessen und Zeithorizonten der Vergangenheit reagieren", betonten Carsten Spohr und die übrigen Vorstände in einem Brief an die Mitarbeiter. In den kommenden Wochen soll über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entschieden werden. Dort könnten Personalüberhänge über Jahre hinweg entstehen. Lufthansa ist zudem nicht bereit, die Fluglizenzen der Mitarbeiter für ausgemusterte Flugzeugtypen beispielsweise über Simulator-Trainings aufrecht zu erhalten.

Bereits bekannt sind die Schließungspläne für Germanwings und die deutsche Tochter des Joint Ventures mit Turkish Airlines, SunExpress. Bei den Flugzeugtypen stehen besonders die vierstrahligen Großflugzeuge Airbus A380, A340 sowie die Boeing 747 auf dem Prüfstand. Die Zahl der Flugbetriebe im Konzern soll von 12 auf 10 gesenkt werden.

Einschließlich der Staatshilfen kam die Lufthansa Ende Juni auf eine Liquidität von 11,8 Milliarden Euro. Allerdings zahlte der Konzern im Juli bereits wieder fast eine Milliarde Euro an Kunden aus, deren Flüge wegen der Pandemie ausgefallen waren.

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Obwohl die Lufthansa ihren Flugverkehr inzwischen wieder schrittweise hochfährt, rechnet Spohr für die zweite Jahreshälfte mit tiefroten Zahlen im laufenden Geschäft. Nachdem sich der operative Verlust in den ersten sechs Monaten bereits auf 2,9 Milliarden Euro summierte, ist ein Milliardenverlust auch für das Gesamtjahr ausgemachte Sache. (dpa)

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