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Wirtschaft

Lufthansa-Streik trifft auch Sachsen

Bei der Lufthansa hat ein 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter begonnen. Der Konzern streicht bis Freitag 1.300 Flüge, darunter auch in Dresden und Leipzig.

Dresden: Ein Flug der Lufthansa wird während eines Streiks der Flugbegleiter auf einer Anzeigetafel auf dem Flughafen Dresden International als gestrichen ausgewiesen.
Dresden: Ein Flug der Lufthansa wird während eines Streiks der Flugbegleiter auf einer Anzeigetafel auf dem Flughafen Dresden International als gestrichen ausgewiesen. ©  dpa/Robert Michael

Frankfurt/Main. Die Lufthansa hat wegen des ab Donnerstag angekündigten 48-Stunden-Streiks der Flugbegleiter 1.300 Flüge gestrichen. In dem am Mittwoch veröffentlichten Sonderflugplan fallen am Donnerstag 700 und am Freitag 600 von jeweils rund 3.000 Verbindungen der gesamten Lufthansa-Gruppe aus, wie das Unternehmen mitteilte.

In der Grundzahl sind auch zahlreiche Flüge nicht bestreikter Unternehmen wie Swiss, Austrian, Edelweiss oder Brussels Airlines enthalten. Die Gewerkschaft Ufo hatte sich vorbehalten, den Streik bei der Lufthansa-Kernmarke auch noch auf weitere Flugbetriebe auszuweiten. Den Kunden hat Lufthansa bereits umfangreiche und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten angeboten.

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Zuvor hatte die Lufthansa vor dem Arbeitsgericht Frankfurt eine juristische Niederlage erlitten, kündigte aber unmittelbar danach an, beim Landesarbeitsgericht in die Berufung zu gehen. Doch auch hier unterlag die Lufthansa am Mittwochabend.

Zuvor hatte das Arbeitsgericht Frankfurt in erster Instanz den Eilantrag des Unternehmens gegen den Streik abgelehnt. Nach kursorischer Einschätzung seien die Tarifverträge korrekt gekündigt worden und der Streikbeschluss gültig, erklärte die Vorsitzende Richterin.

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Vorerst kein Lufthansa-Streik mehr

Die Flugbegleiter hatten in den vergangenen Tagen 1.500 Flüge verhindert. Nun kam es zur Schlichtung.

Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnte die Richterin ab. Hier handele es sich um interne Regelungen der Ufo ohne Außenwirkung. Es gebe auch keine offenkundigen Zweifel an der Tariffähigkeit, die das Bundesarbeitsgericht der Ufo zuletzt in einem Urteil von 2014 bestätigt habe.

Lufthansa streicht Flüge in Sachsen

Der Streik des Kabinenpersonals hat an den Flughäfen in Leipzig/Halle und in Dresden am Donnerstagmorgen für erste Flugausfälle gesorgt. Am Dresdner Airport seien insgesamt acht Flüge von und nach Frankfurt gestrichen worden, sagte ein Flughafensprecher am Donnerstag. Am Freitag fallen voraussichtlich auch der Hin- und Rückflug nach München sowie erneut die Verbindungen nach Frankfurt aus. 

Am Flughafen Leipzig/Halle wurden am Donnerstag laut Lufthansa jeweils zwei Flüge von und nach Frankfurt gestrichen.

"Wir empfehlen allen Passagieren sich direkt an die Airline zu wenden", so der Flughafensprecher. Auf der Homepage der Flughäfen können die Ankünfte und Anflüge sowie die gestrichenen Flüge online abgerufen werden. 

Auf dem Flughafen Dresden International sind auf der Hinweistafel die gestrichenen Lufthansa Flüge angezeigt.
Auf dem Flughafen Dresden International sind auf der Hinweistafel die gestrichenen Lufthansa Flüge angezeigt. © Robert Michael/dpa

Alle betroffenen Passagiere sollten bis zum Mittwochabend auf andere Flüge umgebucht werden. Fluggäste würden über das Handy informiert. Sollten Passagiere über einen Reiseveranstalter oder ein Reisebüro gebucht haben, so bittet Lufthansa, sich direkt an diese zu wenden. Ufo fordert unter anderem höhere Spesen und Zulagen. 

Darf Ufo noch Tarifverträge durchsetzen?

Der Gewerkschafts-Vizevorsitzende Daniel Flohr sagte die Teilnahme an dem für Mittwochabend angesetzten Krisengespräch mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr ab, da man mit der Berufung beschäftigt sei. Er schätze das Gespräch, an dem auch Vertreter der Verdi und der in Gründung befindlichen Cabin Union teilnehmen sollten, ohnehin als "PR-Coup" des Lufthansa-Chefs ein. Eine Lösung der Probleme sei dort nicht zu erwarten.

In der Gerichtsverhandlung hatte Lufthansa der Gewerkschaft noch sofortige Vorverhandlungen zu tariflichen Themen angeboten, die aber erst mit dem neu zu wählenden Ufo-Vorstand ab dem 15.2.2020 finalisiert werden könnten. Den jetzigen Vorstand lehne man weiterhin als nicht vertretungsberechtigt ab, erklärte der Lufthansa-Anwalt. Ufo verlangte hingegen sofortige Tarifverhandlungen auf Augenhöhe mit dem aktuellen Vorstand.

Ein Flugzeug der Lufthansa steht am Morgen beim Streik der Flugbegleiter auf dem Rollfeld am Flughafen Dresden International. 
Ein Flugzeug der Lufthansa steht am Morgen beim Streik der Flugbegleiter auf dem Rollfeld am Flughafen Dresden International.  © Robert Michael/dpa

Als letzte Möglichkeit zur Verhinderung des Streiks könnte Lufthansa auch eine Schlichtung verlangen, was aber letztlich auf eine Anerkennung des Ufo-Vorstands hinausliefe. Die Gewerkschaft würde dies befürworten, sagte ihr Sprecher Nicoley Baublies.

Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Tarifkonflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. Zumindest angedroht ist zudem die Ausweitung auf vier weitere deutsche Flugbetriebe des Konzerns inklusive der Eurowings. Für diese Flugbetriebe gibt es jeweils separate Tarifforderungen. (dpa)

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