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Luisenhof soll Ostern öffnen

Die Betreiber des Traditionslokals haben jetzt in Rothes Gut ihren Hauswein präsentiert und nehmen Bestellungen entgegen.

© Claudia Hübschmann

Von Peter Anderson

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Meißen/Dresden. al lachend, mal weinend verlasse er die wöchentlichen Baugespräche, sagt Luisenhof-Betreiber Carsten Rühle. Nach dem jüngsten Treffen habe er lächeln können. Die Chancen stünden gut, das Restaurant auf dem Weißen Hirsch bereits Ostern zu eröffnen, so der Gastronom. Die Baufirmen wüssten von diesem Anspruch. Ein größeres Problem habe sich zwischenzeitlich noch aufgetan. Diesen Knoten, hoffe er, lösen zu können.

An diesem Freitagvormittag ist der gelernte Koch auf das Hochland oberhalb von Meißen gekommen, um einen ersten Vorgeschmack auf das zu geben, was seine Gäste ab Ende März erwarten können. Das Wetter spielt schon einmal mit. Die Sonne sendet warme Strahlen durch die Fenster der großen alten Scheune von Rothes Gut. Der Meißner Winzer Tim Strasser baut das alte Anwesen seit 2010 schrittweise zum Weingut aus. Draußen sind die Dachdecker gerade dabei, am Gebäude des künftigen Flaschenlagers Schäden von Sturm Herwart Ende Oktober zu beseitigen. Im Inneren der Scheune stehen zwischen den rustikalen Bruchsteinmauern riesige, runde Edelstahltanks eng beieinander. Ein feiner Duft nach gärendem Traubensaft durchzieht den hohen Raum. Über eine Wendeltreppe geht es nach oben in die Probierstube. Rot- und Weißweinflaschen mit einem in edlen Pastelltönen gestalteten Etikett sind hier aufgereiht – der neue Hauswein des Luisenhofs.

Einen unkomplizierten, frischen und jungen Wein habe er sich gewünscht, sagt Carsten Rühle. Und genau das hat ihm Tim Strasser geliefert. Der junge Meißner Winzer versucht, auf seinen rund 15 Hektar Anbaufläche möglichst wenig mit Pflanzenschutzmitteln zu arbeiten. Deshalb setzt er auf sogenannte Piwis. Die Abkürzung steht für pilzwiderstandsfähige Sorten. Die Züchtungen bringen diese Eigenschaft von selbst mit und müssen deshalb seltener gespritzt werden. Im Hauswein für den Luisenhof hat Strasser die beiden Piwis Muscaris und Solaris mit der althergebrachten Sorte Müller-Thurgau zusammengebracht. Dieser lasse eine klassische Geschmacksnote einfließen, während Muscaris und Solaris vereint für ein kräftiges Bouquet sorgten, sagt Strasser.

Während die Meißner den Weißwein übernommen haben, sorgt Ingo Hanke aus Jessen in Sachsen-Anhalt für den roten Luisenhof-Hauswein. Gemeinsam mit seinem Bruder führt er seit Anfang der 90er Jahre das nördlichste Weingut im Anbaugebiet Sachsen. Auch er hat sich für eine Cuvée entschieden und diese aus Regent und Acolon komponiert. Bei letzterer Sorte handelt es sich um eine Züchtung aus Lemberger und Dornfelder.

Der Preis für das 0,2er Glas des offenen Hausweins soll nach Angaben von Luisenhof-Wirt Rühle bei gut sieben Euro liegen. Der Rote und der Weiße werden Teil einer umfassenden Weinkarte mit sächsischen, deutschen und italienischen Weinen sein. Das alles passend zur doppelgleisigen Strategie der Küche. Diese werde klassisch sächsische Gerichte wie Sauerbraten umfassen, aber auch experimentelle Kreationen bieten, verspricht der Gastronom. Es solle ein breites Dresdner Publikum angesprochen werden. Die Preise reichten von knapp acht Euro bis zu 27 Euro für das teuerste Gericht. Das Reservierungsgeschäft laufe bereits auf vollen Touren. Die Nachfrage unter den Dresdner sei riesig.