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Luisenhof wird nach 120 Jahren barrierefrei

In das denkmalgeschützte Gebäude soll ein Aufzug eingebaut werden. Der Schacht wartet bereits.

© Robert Michael

Von Henry Berndt

Erst seit wenigen Tagen können im historischen Luisenhof über der Elbe in Loschwitz wieder Besucher essen und dabei das einzigartige Panorama bewundern. Die Wiedereröffnung durch die neuen Gastgeber Carolin Rühle-Marten und Carsten Rühle machte zuletzt viele Schlagzeilen. Eine wichtige Frage blieb dabei jedoch bis zuletzt unbeantwortet: Haben nun erstmals seit 120 Jahren auch Rollstuhlfahrer Zugang zu der in den vergangenen Monaten grundlegend sanierten Gaststätte?

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Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Einige Meter links vom Haupteingang zum Luisenhof auf der Bergbahnstraße soll demnächst ein Personenaufzug eingebaut werden. Bislang ist dort nur die weiße Tür des Lieferanteneingangs zu sehen.
Einige Meter links vom Haupteingang zum Luisenhof auf der Bergbahnstraße soll demnächst ein Personenaufzug eingebaut werden. Bislang ist dort nur die weiße Tür des Lieferanteneingangs zu sehen. © René Meinig

Zur Eröffnung mussten viele Gäste zunächst enttäuscht werden: Wie bis zur Schließung vor drei Jahren führt bislang nur die große Treppe zum einzigen Zugang hinauf. Auch die Terrasse ist für Rollstuhlfahrer noch unerreichbar. Bei aller Freude über die Wiedereröffnung machten einige Leser ihrem Ärger über diesen Zustand bei der SZ-Redaktion Luft.

Doch es gibt gute Nachrichten: Besserung ist in Sicht. Bereits innerhalb der nächsten Wochen solle ein barrierefreier Zugang eingerichtet werden, bestätigt Joel Rosenberg, der den Luisenhof im Auftrag des Eigentümers, der Casa Patria AG aus Aachen, verwaltet.

Konkret sei der Einbau eines Personenaufzugs geplant, der von Beginn an Teil des Sanierungskonzepts gewesen sei. Der Schacht am bisherigen Lieferanteneingang einige Meter links vom Haupteingang sei bereits vorbereitet, ist allerdings von außen nicht sichtbar. „Eigentlich sollte der Aufzug bereits zur Eröffnung installiert sein“, sagt Rosenberg, doch die Lieferung habe sich verzögert.

Ein Aufzug in einem Kulturdenkmal? Das interessierte natürlich auch das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Stadt Dresden, das die Planungen genehmigen musste. „Dem Einbau des Aufzugs in den Luisenhof wurde durch die Denkmalschutzbehörde im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens bereits zugestimmt“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Der Aufzug werde demnach „denkmalverträglich“ in das Gebäude integriert.

Bis die ersten Besucher auf Knopfdruck in die Gasträume fahren können, muss allerdings kein Rollstuhlfahrer auf seinen Besuch im neuen Luisenhof verzichten, betont Sprecherin Uta Schirmer: „Das Servicepersonal hilft Gehbehinderten gern die Treppen hinauf.“ Dazu müsse eine Begleitperson nur vorher kurz im Restaurant Bescheid geben.