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Lust auf Geschwindigkeit

Als Abiturient gleich in eine Partei – das ist selten. Berthold Pursche will aktiv sein und fand seine Politik-Heimat in der FDP.

© Kristin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Folbern. Berthold Pursche ist sauer – die Grippe hat ihn dahingestreckt. Mitten im Wahlkampf. Mitten in der „Denken-wir-neu-Tour“ der FDP. Der 18-Jährige war dabei vor Ort, u. a. in Riesa, diskutierte mit den Leuten am Infostand. Und dann wurde er krank. Dabei ist das seine erste richtige Bürgeraktion für die Partei – nach dem Aufhängen von Wahlplakaten. „Viele Menschen wünschen sich Veränderungen, deshalb müssen sie wählen gehen“, ist der Antrieb des 18-Jährigen.

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„Das ist gewagt“, meinten Freunde und seine Eltern zu Berthold Pursche, als er ihnen ankündigte, in die FDP einzutreten. Die Skepsis bezog sich wohl nicht auf die Partei, sondern auf den Schritt an sich. Aber seine Eltern hatten damit gerechnet, so der junge Folberner. Sein politisches Interesse war während des Abiturs gewachsen – er belegte den Geschichts-Leistungskurs. Auch die Probleme Deutschlands wuchsen an. „Deshalb, handeln kann man am besten in einer Partei“, erkannte Berthold Pursche. Nach der Prüfung aller großen Parteien spürte er mit der FDP die größte Nähe. Nicht von ungefähr will er demnächst an der TU Dresden sein Studium der Wirtschaftswissenschaften starten.

Schnelles Internet und Flüchtlinge

Die Freiheit des Menschen beschäftigt ihn und die innere Sicherheit. Auch die schleppende Digitalisierung. „Wir sind hier noch Entwicklungsland“, konstatiert der junge Folberner für seine Region. Da muss die Politik handeln. Und natürlich in der Flüchtlingskrise. Das hat die Diskussion mit den Menschen am Info-Stand ergeben. „Wir brauchen eine kontrollierte Migration mit einem Einwanderungsgesetz“, zitiert er eine Forderung der Freien Demokraten. „Und wir brauchen auch in dem Punkt eine Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit. Ich finde das sehr gut, damit wir kriminelle Flüchtlinge draußen lassen und die Kosten minimieren“, so der junge FDPler.

Einsetzen will er sich zudem für wirtschaftliche Verbesserungen durch den Breitbandausbau. Besonders im Handwerk. „Da berate ich den Ebersbacher FDP-Kandidaten für die Bürgermeisterwahl“, so Berthold Pursche. 50 Mbit pro Sekunde müssen rasch und überall das Ziel sein. „Da müssen wir mehr Druck machen, das ist günstig für nötige Neuansiedlungen.“ Die FDP wolle sogar ein Digitalministerium einrichten.

Berthold Pursche könnte sich schon vorstellen, mal Berufspolitiker zu werden. „Ich bin aber nicht Mitglied einer Reichenpartei – das stimmt nicht“, sagt er. Die FDP sei die Partei des Mittelstandes, und vorerst ist für ihn alles ehrenamtlich. Natürlich auch all die Diskussionen mit seinen Freunden. Gern auch per Handy. „Ich bin voll der Elektronikfreak“, meint der junge Mann. Er hört sich oft auch Reden von Vertretern anderer Parteien an – um zu erkennen, wie die ticken. Von Politikverdrossenheit ist bei ihm nichts zu merken.

Straßenradsport als Hobby

Auch ein Freund wäre jetzt fast soweit, Parteimitglied zu werden, allerdings nicht in der FDP. „Also habe ich schon was bewirkt“, freut sich der Folberner. Da kann er sich als Ausgleich dem Sport widmen: dem Straßenradsport. Beim RSV Gröditz tritt Berthold Pursche seit vier Jahren in die Pedalen, gestaltet die Vereinshomepage. „Ich liebe die Freiheit auf´m Rad und Geschwindigkeit“, sagt er – ein rasantes Hobby.