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Luxuswagenhändler bezieht Kesselsdorfer Filetstück

Nach einem Jahr Bauzeit öffnet die Mobilforum-Gruppe aus Dresden nun im Kesselsdorfer Gewerbegebiet ihr modernes Autohaus.

© Andreas Weihs

Von Stephan Klingbeil

Kesselsdorf. Zuwachs im Gewerbegebiet von Kesselsdorf: Nach rund einem Jahr Bauzeit hat die Mobilforum-Gruppe direkt an der Bundesstraße 173 und in Autobahnnähe ihr neues Autohaus eröffnet. Auf dem etwa 6 000 Quadratmeter großen Areal am Wüsteberg befindet sich nun auch der neue Sitz der Luxus- und Sportwagenhändler.

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Das von den zwei Freitaler Geschäftsmännern Tobias Kaboth und Michael Hesse geführte Unternehmen hatte zuvor zwei Autohäuser mit Werkstattservice in Dresden, die mittlerweile beide wegen des Umzugs geschlossen worden sind. Die Mobilforum-Gruppe handelt seit mehreren Jahren mit Autos aus dem oberen Preissegment.

Die Marken Cadillac, Corvette und Camaro von General Motors aus den USA wurden zuvor am Standort Kötzschenbrodaer Straße verkauft. Für die japanische Nissan-Premiummarke Infiniti gab es das Autohaus an der Glacisstraße, ebenfalls in Dresden. Nun wurde für die Modelle der konkurrierenden Hersteller ein gemeinsames Autohaus errichtet. Das sei ein Novum, so die seit 2006 bestehende Gruppe.

„Ursprünglich haben wir einen neuen Standort für unser Infiniti-Autohaus gesucht. Denn der Standort in Dresden hätte nur in zweiter Reihe erweitert werden können, was wir aber nicht wollten“, sagt Hesse. Doch am Wüsteberg nur Modelle des einen Herstellers anzubieten, wäre „nicht wirtschaftlich“ gewesen. Daher forcierte das Unternehmen den Schritt, ganz umzuziehen und den Verkauf der Sport- und Luxuswagen unter einem Dach zu vereinen.

Das war 2014/15. Nachdem die am Neubau in Kesselsdorf finanziell wie konzeptionell beteiligten Autohersteller überzeugt waren, gab es auch grünes Licht von der Stadt Wilsdruff. Anfang der 1990er-Jahre war auf dem jetzigen Firmenareal ein Hotel geplant. Dann meldete der Investor aber Insolvenz an. 2002 kaufte die Stadt das Gelände und wartete auf den richtigen Käufer. Denn eine Lagerhalle oder Ähnliches sollte laut Bürgermeister Ralf Rother (CDU) auf „diesem Filetstück“ des 150 Hektar großen Gewerbegebietes nicht gebaut werden.

Mit der Mobilforum-Gruppe fand sich offensichtlich ein Interessent von geeignetem Format. Darüber hinaus wusste die Stadt hier, auf wen sie sich einließ. Denn der Käufer zählt zu der Unternehmensgruppe HM3T, die bereits in direkter Nachbarschaft mehrere Firmen aus dem Kommunikations- und IT-Bereich in dem früheren Quartier der Alcatel SEL AG vereint hat.

„Gesichert wie Fort Knox“

Wie viel aber der Flächenkauf samt des mit modernster Technik ausgestatteten Neubaus gekostet hat, verriet Hesse nicht. „Es war eine sportliche Summe“, erklärt der 42-Jährige. Nach dem Verkauf der Dresdner Immobilien und noch offenen Endabrechnung der Bauarbeiten am neuen Standort könne er noch keine konkrete Summe sagen. Vor etwa einem Jahr war indes von etwa vier Millionen Euro Investitionsumfang die Rede.

Die neue Werkstatt hat ihren Betrieb schon aufgenommen. Die zwei unterschiedlich eingerichteten, jeweils 400 Quadratmeter großen Verkaufsräume der Hersteller aus USA und Japan wurden vor wenigen Tagen fertig. Die Tiefgarage mit Platz für 60 Neuwagen steht nun bereit. Restarbeiten am Autohaus dauern zwar noch an, sollen aber bis zur feierlichen Eröffnung bei einer Art Tag der offenen Tür am Sonnabend, dem 14. April, abgeschlossen sein.

Etwa 100 Fahrzeuge werden künftig in und an dem neuen Autohaus mit Werkstatt ausgestellt. Hinzu kommen 15 Stellplätze für Kunden, die bisher hauptsächlich aus Sachsen, aber auch aus Tschechien und Polen kommen. Auch wurden Parkflächen für die 18 Mitarbeiter angelegt, deren Zahl laut Kaboth in den kommenden zwei Jahren noch auf 24 bis 25 erhöht werden soll.

Damit die modernen, internetbasierten Technologien, die am neuen Standort zum Einsatz kommen, auch funktionieren, gibt es dort eine starke neue Datenleitung. Kaboth zufolge sind so Übertragungsraten von einem Gigabit pro Sekunde möglich.

Obendrein sei das neue Firmengelände mit Überwachungstechnik wie zum Beispiel Kameras und Detektoren ausgestattet. So wolle man sich möglichst gut vor Diebstahlsversuchen absichern. Dass so etwas vorkommen kann, hat sich auch im Kesselsdorfer Gewerbepark schon gezeigt. „Das hier ist quasi Fort Knox“, sagt Kaboth.