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Tour durch das Saubachtal

Buschwindröschen und Sternmiere säumen das Ufer der Wilden Sau. Das Glucksen des Wassers wechselt vom leisen Plätschern bis zum lauten Tosen. Auf, ins Saubachtal! 

Die Wilde Sau schlängelt sich durch das Saubachtal.
Die Wilde Sau schlängelt sich durch das Saubachtal. © Foto: Jörg Ludewig

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach...

Am Wochenende mal wieder wandern gehen, das wäre doch schön! Das linkselbische Saubachtal bietet dafür ausreichend Gelegenheit. Ausgangspunkt einer landschaftlich reizvollen Wanderung ist der Parkplatz an der Kreuzung „Langer Weg“ und „Hohle Gasse“ in Constappel. Zunächst geht man die Straße „Harthaer Berg“ Richtung Hartha und Röhrsdorf entlang und vorbei an einem kleinen Friedhof. Der grün markierte Wanderweg passiert große Ställe und biegt später links in Richtung Wilde Sau und Neudeckmühle von der Straße ab. Auf dem Feldweg gelangt man zu einer kleinen Brücke über die Wilde Sau. Hier ist im Frühjahr der Uferbereich des Baches von Buschwindröschen und Sternmiere übersät, vereinzelt treten Lerchensporn und Schuppenwurz auf. Das junge Grün des herrlichen Laubwaldes bezaubert.

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Ab jetzt folgt der Weg stets dem Bach. Idyllisch geht es durch den Laubwald oder am Waldrand entlang. Der Weg wird stellenweise zu einem Pfad, der sich sowohl am Bach entlang schlängelt als auch den Hang hinauf steigt. Gelegentlich befinden sich Bänke am Wegrand. Nach einer reichlichen Stunde hat man die Gaststätte Neudeckmühle erreicht.

Jetzt erst mal eine Pause: Einkehr in der Neudeckmühle

Am Mittellauf der Wilden Sau liegt die historische Neudeckmühle. Die Wassermühle wurde bereits 1570 erstmals urkundlich erwähnt. Das heutige Gasthaus wurde 1794 erbaut. 1876 kaufte Karl Wilhelm Poitz die Mühle, begann mit Umbaumaßnahmen und plante ein größeres Wasserrad. Mit der Investition übernahm sich der neue Besitzer jedoch, sodass sein Bruder Heinrich Moritz Poitz das Grundstück schließlich kaufte. Seitdem befindet sich die Mühle in Besitz der Familie Poitz, mittlerweile in der vierten Generation.

Einst wurden Landwirtschaft, die Mühle, die Brotbäckerei und eine Gastwirtschaft nebeneinander betrieben. Von diesen Gewerken ist heute nur noch die Gastronomie übrig geblieben.

Im Jahr 1970 wurde die Neudeckmühle an das öffentliche Energienetz angeschlossen, zuvor versorgte das Wasserrad die Mühle mit elektrischer Energie. Bis 1976 wurde noch Getreide für Kleinbauern aus der Umgebung geschrotet. Bald darauf wurde die Mühlenausstattung entfernt und das Gebäude vollständig als Gasthaus genutzt. Bei schönem Wetter auf der Terrasse oder bei kälteren Temperaturen drinnen am Kamin - hier kann neue Kraft getankt werden. Für die kleinen Gäste gibt es einen Spielplatz. Aktuelle Öffnungszeiten finden sich auf der Website der Gaststätte. Von der Gaststätte aus lohnt sich auch ein Abstecher zur barocken Kirche in Röhrsdorf mit dem berühmten Taufengel von Johann Benjamin Thomae.

Blick auf Constappel
Blick auf Constappel © Wikiloc/Wanderludi

Zwei steile Anstiege auf dem Weg nach Weistropp

Nun verlässt man an der Neudeckmühle das Tal der Wilden Sau und wandert aufwärts entlang der fast nicht befahrenen Straße nach Kleinschönberg. Nach einem kurzen, aber steilen Anstieg aus dem Saubachtal wird man mit einer guten Aussicht belohnt. Der Blick schweift über Felder und reicht bis zu den Hängen des Elbtals und nach Meißen. Weiter geht es in das gepflegte Kleinschönberg hinein. Vorbei an malerischen Bauernhöfen und blühenden Gärten steigt man die Sonnenlehne hinab und kommt zur Kreuzung mit dem Prinzbachtal , das links Richtung Constappel verläuft. Man wandert aber weiter geradeaus und der letzte steile Anstieg der Tour beginnt. Bald sieht man die Kirche von Weistropp und gelangt nach kurzer Zeit in den Ort. Der direkte Weg in Richtung Gohlberg führt nun nach links entlang des Radweges. Empfehlenswert ist aber auch ein Abstecher zur Kirche. Den 49 Meter hohen Turm kann man besteigen und die Sicht über das Elbtal und bis in die Sächsische Schweiz genießen.

Am Gohlberg vorbei und zurück nach Constappel

Von Weistropp schlägt man den Weg zum Gohlberg ein. Eine historische Wegsäule weist Richtung Gauernitz. Die Gauernitzer Straße führt nordöstlich des Gohlbergs vorbei. Auf den Gohlberg selbst führt kein Weg hinauf. Der Blick von der Gauernitzer Straße reicht aber bis zu den Hängen des Elbtals. Dann geht der Weg am Waldrand entlang und steil hinab zur Straße „Hohle Gasse“ in Costappel. Dieser Straße kann man bis zum Parkplatz zurück folgen.

Sehenswürdiges am Wegesrand: Kirche von Constappel

Kirche in Weistropp
Kirche in Weistropp © Wikiloc/Wanderludi

Wer ausreichend Zeit für seinen Wandertag einplant, kann seine Tour durch das Saubachtal noch mit einem Besuch der Wallfahrtskirche St. Nikolai verbinden. Zu Gottesdiensten und bei Veranstaltungen kann sie besichtigt werden. Ihr Name geht auf den Heiligen Nikolaus, Nikolaus von Myra, zurück. Er ist unter anderem Schutzpatron der Reisenden, Seefahrer, Ministranten und Kinder.

Ende des 14. Jahrhunderts wurde die St. Nikolai-Kirche erstmals urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Kirchen im Meißner Umland. Lange Zeit war sie Wallfahrtskirche, da sie auf dem Handelsweg von Dresden nach Meißen lag. Dies erklärt, warum in der St. Nikolai-Kirche verschiedene Kunstschätze zu finden sind, darunter ein Gemälde aus der Schule Lucas Cranach d. J. Die Innenbemalung, welche biblische Geschichten darstellt, wurde vom Schöpfer des Fürstenzuges in Dresden, Michael Walter, ausgeführt. Die Orgel stammt vom bedeutenden Orgelbauer Eberhard Friedrich Walcker.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche neu gebaut und 1885 im Rahmen einer grundlegenden Renovierung nach Plänen der Dresdner Architekten Gotthilf Ludwig Möckel und Bernhard Schreiber im neoromanischen Stil umfangreich verändert. Das romanische Mauerwerk wurde dabei mit einbezogen und die Kirche um einen Kirchturm ergänzt. An der Westseite der Kirche befindet sich eine Gedenktafel für Emil Nacke, dem ersten Autobauer Sachsens, welcher sehr sozial engagiert war. An der Nordseite finden sich Grabsteine der Patronatsfamilie des Schlosses Gauernitz. Sie stattete St.-Nikolai mit einem großzügigen Pfarrlehen aus.

Neudeckmühle
Neudeckmühle © Wikiloc/Wanderludi

Tipp für die An- und Abreise mit dem VVO

Wer nicht mit dem Auto anreisen möchte, kann auch den Bus 404 nehmen. Dieser fährt aus Richtung Dresden-Cossebaude oder Meißen bis zur Haltestelle Gauernitz-Verkaufsstelle in Constappel. Von dort aus sind es noch etwa zehn Minuten zu Fuß zum Parkplatz an der Kreuzung „Langer Weg“ und „Hohle Gasse“.

Download der Route

Hier gibt es die komplette Saubach-Tour zum Herunterladen