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Weißwasser

Machtspiele um die Schwarze Mühle

Die erleben die Zuschauer bei den diesjährigen Krabatfestspielen in Schwarzkollm.

Tanzen gehört zu den Aufführungen dazu. Die Dorfbevölkerung drehte sich bei der „Annemarie“.
Tanzen gehört zu den Aufführungen dazu. Die Dorfbevölkerung drehte sich bei der „Annemarie“. © Foto: Gernot Menzel

Schwarzkollm. Es sind die kleinen Nebenhandlungen und Bilder, die die Krabatfestspiele in Schwarzkollm so einzigartig machen. Gleich zu Beginn der Aufführung ernteten die jüngsten Darsteller an jenem Abend Szenenapplaus – zu drollig, wie sie eine Gänseschar über den Mühlenhof trieben, wobei die Tiere fast genauso groß waren wie die Hüte-Knirpse selbst ...

Prächtig, bunt und lebensfroh die Tanzszenen mit den „Theaterprofis“ aus der Schwarzkollmer Einwohnerschaft und der Region. Zu den Klängen der „Annemarie“ drehten sie sich über den Mühlenhof – als sorbischer Brauch stand das Zampern diesmal im Mittelpunkt. 

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Gesang (durchaus auch mal sorbisch-poppig), Tanz und Bilder, die bäuerliches Alltagsleben oder eine ordentliche Dorfklopperei der Schwarzkollmer mit den ungeliebten Weißkollmern zeigten, boten den Hunderten Zuschauern sozusagen einen Augenblick zum Durchschnaufen bei all der Spannung und Aufregung um ein neues Abenteuer von Krabat (Anton Fuchs), von dem in bewährter Weise der Oberst von Schadowitz (Joachim Kaps) seinem aus Dresden angereisten Freund August dem Starkem (Steffen Urban) berichtet: „Krabat – Die Elemente der Macht“ ist die diesjährige Episode überschrieben.

 Dass Macht mehrere Facetten hat, man von der dunklen Seite der Macht verführt werden kann und dass die Macht jemandes Schicksal sein kann, das weiß man nicht erst seit „Krieg der Sterne“ und dem „Herrn der Ringe“. Auch Krabat, der eigentlich der Magie abgeschworen hat, wird auf die Probe gestellt – inklusive Vater-Sohn-Konflikt und -Kräftemessen, nur ohne Lichtschwerter. 

Da Schwarzkollm und benachbarte Orte wie Weißkollm von einer Gruppe Schattenwölfe bedroht werden, soll Krabat sich auf die Suche nach den vier Elementen – Erde, Feuer, Wasser und Luft – machen und den beschädigten Koraktor neu beleben. Hinter der Bedrohung steckt der Gevatter, der den Schwarzen Müller wieder zum Leben erweckt hat, um mit dessen Hilfe die Macht an sich zu reißen. Krabat sagt schweren Herzens zu und macht sich mit Schwarz- und Weißkollmer Gefährten auf den Weg durch die sorbische Lausitz, zum Schlangenkönig in den Spreewald (sodass im Stück auch sorbische Spreewald-Trachten zu bewundern waren), zum Wassermann und zum Glücksdrachen Plon, um die Elemete von ihnen zu erbitten. Krabat will das Siegel des Koraktors reparieren und dadurch alles zum Guten wenden, denn Macht muss, richtig eingesetzt, per se nichts Schlechtes sein ... Ob am Ende Liebe und Gemeinschaft über die Dunkelheit siegen? Wird an dieser Stelle nicht verraten!

Zum Vergnügen des Publikums war im Stück wieder reichlich Wortwitz im Spiel: Die stimmgewaltige Schwarzkollmer Wortführerin und Wirtin Božema trug (sicher nicht zufällig!) den Nachnamen Winzer, wie die ehemalige Schwarzkollmer Bürgermeisterin und Mühlen-Vorkämpferin Gertrud Winzer. Gefragt, wie man an Karten für die Krabatfestspiele herankommt, zuckte König August die Schultern und erklärte, er müsse ja selbst immer mitspielen, um dabei sein zu können ... Der Monarch, wie immer charmant-herablassend gegenüber dem Pöbel ... äh, Publikum, staunte über immer mehr Frauen, die arbeiten (sein Wagenknecht hieß Sarah, der Wagenkonstrukteur Kramp-Karrenbauer) und man stöhnte über die launische englische Rassekatze namens „Brexit“, die nicht reinwill ins Haus, die nicht rauswill ... Auf das Feuerwerk zum Abschluss wurde aufgrund der Trockenheit verzichtet. Es dürfte keiner vermisst haben. Tolle Licht- und Lasereffekte waren während der Aufführung zu erleben.

Der Vorverkauf für die Festspiele 2020 (15. Juli bis 2. August) beginnt am 13. Januar.