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Madeleine Schickedanz

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hat sich die Mehrheit an Europas größtem Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle gesichert. Welche Absichten sie damit verfolgt, darüber wird viel spekuliert.

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Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hat sich die Mehrheit an Europas größtem Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle gesichert. Welche Absichten sie damit verfolgt, darüber wird viel spekuliert. Denn die 61-jährige, deren Vermögen auf 1,6 Milliarden Euro geschätzt wird, gilt als ausgesprochen scheu. Mit ihrem dritten Ehemann Leo Herl lebt sie zurückgezogen in Fürth und St. Moritz. Wenn die vierfache Mutter überhaupt in der Öffentlichkeit auftritt, dann geht es um die von ihr gegründete Stiftung für krebskranke Kinder.

Bei Karstadt-Quelle erfolgt dennoch keine Weichenstellung ohne ihre Zustimmung. So habe sie lange am glücklosen Konzernchef Wolfgang Urban festgehalten und später die Berufung seines Nachfolgers Christoph Achenbach durchgedrückt. Auch bei der Wahl von Thomas Middelhoff zum Aufsichts-rats- und jüngst zum Vorstandsvorsitzenden gilt Schickedanz als Drahtzieherin.

Sie wurde 1943 als einziges Kind von Quelle-Firmengründer Gustav Schickedanz und dessen zweiter Frau Grete geboren. Aufgewachsen in Hersbruck und Fürth, studierte sie Betriebswirtschaft und heiratete 1965 Hans-Georg Mangold, einen Nachbarssohn aus einer Fürther Spielwarendynastie. Mangold stieg rasch in die Quelle-Konzernführung auf, musste sie nach der Scheidung aber verlassen. Dasselbe Schicksal widerfuhr dem zweiten Ehemann Wolfgang Bühler. Derzeit sitzt ihr dritter Ehemann Leo Herl im Aufsichtsrat der Karstadt-Quelle AG. (dpa)S.23