Merken

Mädchen drohen mit Amoklauf: Anklage erhoben

Nur zwei Tage nach Winnenden hatten eine 18- und eine 19-Jährige für Ärger an einer Förderschule in Ebersbach gesorgt.

Teilen
Folgen

Matthias Klaus

Wie die Staatsanwaltschaft erst gestern bekannt gab, hatten nur zwei Tage nach dem Amoklauf an einer Schule in Baden-Württemberg zwei 18 und 19 Jahre alte Trittbrettfahrerinnen Lehrkräfte eines Förderschulzentrums in Ebersbach/Oberlausitz in Angst und Schrecken versetzt.„Wir planen einen Amoklauf mit Komplizen an der Schule am Montag. Ihre Frau sollte nicht in die Schule kommen, sonst Kopfschuss!“, lautete ein Telefonanruf, den die beiden am Abend des 13. März absetzten.

„Alles wird rot sein“

Ein anderer ging so: „Ich werde bei Ihnen am Montag einen Amoklauf machen, da verschlägt es Ihnen wohl die Sprache, ich werde Sie terrorisieren!“ Und schließlich: „Ich will Ihnen bloß sagen, Sie sollten sich in Acht nehmen . . . am Montag, wenn Sie zur Schule gehen . . . werden wir ballern! Ihr Mann ist Maler, er braucht dann nichts mehr zu malern, alles wird rot sein.“

Diese Zitate gab die Staatsanwaltschaft Görlitz gestern frei. Die Polizei nahm die Drohungen ernst und schickte am 16. März zwölf Beamte an die Schule, die mitten in einem sanierten, dicht besiedelten Plattenbaugebiet liegt. Die Beamten kontrollierten alle rund 250 Schüler auf Waffen. „Zuerst war ich darüber schon erschrocken, konnte mir aber nicht vorstellen, dass es wirklich ernst ist“, erzählt eine Schülerin.

Die beiden Anruferinnen wurden noch am selben Tag ermittelt. Sie haben die Tat gestanden. Gegen die beiden Jugendlichen wurde Anklage beim Jugendrichter des Löbauer Amtsgerichtes erhoben. Beiden wird „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Mord oder Totschlag und Bedrohung“ zur Last gelegt. Dafür droht ihnen nun eine Geldstrafe – oder bis zu drei Jahre Haft.