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Mängel-App für saubere Stadt

Per Handy kann man dem Görlitzer Rathaus jetzt illegalen Müll oder kaputte Laternen melden. Selbst für Menschen ohne Smartphone ist das möglich.

© Pawel Sosnowski

Von Daniela Pfeiffer

Görlitz. Müll und immer wieder Müll. Das ist es offenbar, was die Görlitzer am meisten stört. Zumindest führen hinterlassener Müll oder Sperrmüll derzeit die zweifelhafte Hitliste der Mängel in Görlitz an. Seit gestern können die Görlitzer, aber auch Gäste der Stadt, solche noch einfacher melden als bisher. „Der direkte Draht ins Rathaus.“ So wirbt die Stadt auf Flyern für ihren frisch online gegangenen Mängelmelder. Wer immer in der Stadt etwas sieht, das so nicht sein sollte, kann ihn nutzen. Das gilt nicht für jede Unregelmäßigkeit, aber für kaputte Lampen oder Ampeln, umgestoßene Poller, sichtbehindernde Hecken, Schäden an Straßen, auf Plätzen und Spielplätzen oder Grünflächen schon.

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Wem da etwas auffällt oder missfällt, der konnte das bislang über die Mängelanzeige auf der städtischen Internetseite kundtun. Ordnungsamtschefin Silvia Queck-Hänel sagt, warum das nicht mehr ausreichte: „Diejenigen, die etwas gemeldet hatten, bekamen oft keine Rückmeldung aus dem Rathaus, ob sich nun etwas getan hat.“ Deshalb, aber auch um die Sache noch mehr zu vereinfachen, hat die Stadt eine bundesweite Mängelmelder-App auf Görlitzer Bedürfnisse zuschneiden lassen. Mit zwei Testbürgern und einigen Rathausmitarbeitern wurde das drei Wochen lang ausprobiert und konnte gestern auch offiziell an den Start gehen.

Und so funktioniert die Sache: Zuerst über den Google Play Store die App aufs Handy laden. Wer möchte, kann die Einstellungen so wählen, dass sein Standort über GPS automatisch angegeben wird, ansonsten Adresse des Ortes angeben. Dann führt das Programm einen Schritt für Schritt durch die Anzeige. Ein Foto wird vom städtischen Bürgerbüro, wo alle neuen Anzeigen eingehen, immer gern gesehen, auch eine möglichst detaillierte Beschreibung hilft. „Wir möchten von den Meldern auch gern Name und Email-Adresse, am besten noch Telefonnummer, falls wir in Kontakt mit ihnen treten wollen“, sagt Frau Queck-Hänel. Nichts davon erscheint im Netz, der Mangel hingegen und das Foto können von jedermann angeschaut werden. Allerdings erst nach Freigabe durch das Bürgerbüro. Hier sitzen sechs Mitarbeiter, die eine Mail bekommen, sobald eine neue Anzeige eingeht. Zusätzlich sind im Rathaus 70 Mitarbeiter registriert.

Vorteil des neuen Mängelmelders: Der Status kann im Netz verfolgt werden. Ein rotes Symbol bedeutet noch nicht bearbeitet, gelb heißt in Bearbeitung – dann wird der Einreicher auch per Mail informiert. Grün heißt erledigt. Alle erledigten Dinge werden nach drei Wochen wieder herausgenommen. Sieht man ein gelb-grünes Symbol, ist die Stadt nicht zuständig, etwa weil es sich um ein Privatgrundstück handelt oder der Landkreis zuständig ist. „Dann leiten wir das Anliegen weiter“, so Queck-Hänel. Interessierte können sich übrigens auch so anmelden – um zu verfolgen, wie sich der Status entwickelt. Wer mag, kann sich zu jeder Statusveränderung eine Mail schicken lassen. Bürgermeister Michael Wieler glaubt, dass die neue Transparenz die Menschen motivieren wird, mehr zu melden. Und Oberbürgermeister Siegfried Deinege sagt: „Wir wollen zeigen, wie schnell wir reagieren. Außerdem soll es eine erzieherische Wirkung auf alle haben, die Müll illegal abladen.“

https://goerlitz.maengelmelder.de