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Mängel bei jedem dritten Fahrzeug

Einen Vormittag lang kontrolliert die Polizei an der B 169 Lkw, Kleinbusse und Transporter. Nicht jeder darf weiterfahren.

© Lutz Weidler

Von Stefan Lehmann

Seerhausen. Als ihn der Polizist aus dem Verkehr winkt, hat Maik Hennig gerade mal zwölf Kilometer geschafft. Eigentlich ist er für den Handwerkermarkt Schlau aus Richtung Ostrau auf der B 169 unterwegs nach Großenhain. Aber in Seerhausen heißt es zunächst: einmal rechts abbiegen bitte. In der Nebenstraße warten schon Bernd Hartkopf und seine Kollegen zur allgemeinen Verkehrskontrolle. „Kontrolliert werden Frachtpapiere und Beladung, außerdem machen wir eine grobe technische Kontrolle“, erklärt der Hauptkommissar. Außerdem prüfen die Beamten den Fahrtenleser der Lkw. So soll sichergestellt werden, dass die Fahrer auch ihre Ruhezeiten einhalten.

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Die Beamten prüften Fahrzeugpapiere, Frachtscheine und Fahrtenleser. Bei Maik Hennig war alles in Ordnung.
Die Beamten prüften Fahrzeugpapiere, Frachtscheine und Fahrtenleser. Bei Maik Hennig war alles in Ordnung. © Lutz Weidler
Reifenkontrolle: Auch auf technische Mängel wurde kontrolliert.
Reifenkontrolle: Auch auf technische Mängel wurde kontrolliert. © Lutz Weidler

Es ist eine verhältnismäßig kleine Kontrolle, erklärt Hartkopf. Erst vor zwei Wochen sei sie angesetzt worden. „In so kurzer Zeit bekommen wir niemanden vom Zoll oder vom Bundesamt für Güterverkehr heran.“ Die hätten bei einer Kontrolle noch weitreichendere Befugnisse. Versiegelte Zollkisten dürfen die Beamten des Polizeireviers Riesas beispielsweise nur unter bestimmten Umständen öffnen.

Unterstützt werden sie an diesem Tag von Experten aus Dresden. Einer erklärt, worauf beispielsweise besonders geachtet wird: „Auf das Reifenprofil kannst du schauen, wie tief es abgefahren ist. Außerdem, wie gut die Ladung gesichert ist.“ Der Teufel steckt da im Detail: „Oft werden eingerissene oder durchgescheuerte Sicherungsgurte verwendet.“ Dem Fahrer eines Kleintransporters müssen die Beamten später sogar die Weiterfahrt versagen, weil er seine Ladung überhaupt nicht gesichert hat. Generell sind es vor allem technische Mängel, die bei den Verkehrskontrollen auffallen, erklärt Einsatzleiter Bernd Hartkopf. „Reifen, Auspuff – gerade bei älteren Transportern ist das oft ein Problem. Aber wir schauen auch auf den Fahrer, ob er Alkohol oder Drogen genommen hat.“

Bei Maik Hennig sind Papiere und Technik in Ordnung. Bleibt nur noch das Auslesen des Fahrtenlesers. Das dauert ein Weilchen. Hennig steigt aus, vertritt sich ein wenig die Beine, raucht eine Zigarette. In sechs Jahren als Kraftfahrer sei das tatsächlich seine erste Kontrolle, sagt er. Die Verzögerung nimmt er locker, obwohl auch ihm ein wenig die Zeit im Nacken sitzt, wie so vielen Lkw-Fahrern.

Nicht jeder lässt das Prozedere so ruhig über sich ergehen. Der Fahrer eines Transporters schimpft darüber, dass er 15 Euro Bußgeld berappen muss. Er hat kein Warndreieck dabei. „Der ist schon bekannt wegen solcher Sachen“, sagt einer der Beamten und zuckt mit den Schultern. Ein anderer Fahrer sieht die Belehrung der Beamten gelassener. Er hatte keine Warnweste – jedenfalls nicht griffbereit. „Im Kofferraum nützt sie nichts“, erklärt der Beamte. Gemessen an manch anderem Einsatz geht es an diesem Morgen doch recht entspannt zu. Da bleibt den Beamten auch mal Zeit, um mit den Lkw-Fahrern zu flachsen.

Nach vier Stunden in Seerhausen machen sich die Beamten auf den Weg. Längst hat auf einer Internetseite jemand Alarm geschlagen, dass an der B 169 kontrolliert wird. Ein Problem? Nicht wirklich, sagt einer der Polizisten. Längst nicht jeder lese die Warnungen in den sozialen Netzwerken. Und die Lkw-Fahrer könnten sich sowieso nicht wirklich aussuchen, welche Strecke sie fahren. Das zeigt auch die Bilanz, die Einsatzleiter Bernd Hartkopf zieht: Von den insgesamt 52 kontrollierten Transportern und Lkw stellen die Beamten am Ende bei 17 Mängel fest, also etwa bei jedem dritten. Schwerwiegende Verstöße bleiben an diesem Tag allerdings die Ausnahme. Weil die Polizisten personell nur zwei Lkw parallel kontrollieren können, könnte aber auch mancher Verkehrssünder entlang der Bundesstraße schlichtweg Glück gehabt haben.

Nach gut 20 Minuten sitzt Lkw-Fahrer Maik Hennig wieder auf dem Bock. Ihm steht noch ein Trip quer durch Sachsen bevor: „Erst nach Großenhain, danach weiter nach Hoyerswerda.“ Die Frühstückspause, die werde er nun wohl in die Mittagszeit verlegen, sagt er und schmunzelt.