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Bautzen

Märchen und Träume

Zur Langen Nacht der Kultur in Bautzen geben Theatergruppen Einblicke in ihre Arbeit.

Rafah Takiddih (l.) und Amro Albaba spielen in dem Stück „Prinzessin Sharifa“ die Hauptpersonen, die symbolisiert durch Sonne und Mond das Männliche und das Weibliche verkörpern. Zu sehen bei der Langen Nacht der Kultur am Sonnabend. © Carmen Schumann

Bautzen. Sonne und Mond, Männliches und Weibliches steht im Mittelpunkt des Märchens „Prinzessin Sharifa“. Jene Prinzessin macht sich, als Mann verkleidet, auf in das Reich des Königs, um zu erkunden, wie es in einem reinen Männer-Reich abgeht. Es ist ein altes ägyptisches Märchen, dessen Moral lautet: „Man braucht Beides, das Weibliche ebenso, wie das Männliche.“

Im soziotheatralen Thespis-Zentrum auf der Bautzener Goschwitzstraße proben Schüler dieses Märchen zusammen mit der Theaterpädagogin Bronwyn Tweddle und der Sozialpädagogin Halimah Ibrahim. Letztere gibt in der Allende-Oberschule auch Arabisch-Kurse. Besucher des Welt-Jugend-Theatertages im März konnten das Stück, das zweisprachig – Deutsch und Arabisch – aufgeführt wird, schon sehen. Ausschnitte aus dem Märchen bekommen nun auch die Besucher der Langen Nacht der Kultur am Sonnabendabend dargeboten. Die Szenen sind ab 18 Uhr zu sehen.

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Anschließend, ab 19 Uhr, kommt ein weiteres Stück mit Kindern und Jugendlichen zur Aufführung: „Träume im Bus 111“. Die Spielgruppe „Mehr Drama Alter!“ probt seit September unter der Anleitung des aus Frankreich stammenden Theaterpädagogen Philippe Tibbal. Wie er sagt, befindet sich die Aufführung noch in der Probenphase. Es wird also am Sonnabend eine kleine Vorpremiere geben. In beiden Stücken zu sehen ist die Siebtklässlerin Rafah Takiddih aus Syrien.

Tschechow-Stück auf Bautzen zugeschnitten

Um 20 Uhr sind dann Ausschnitte aus der Inszenierung „Drei Schwestern in Bautzen“ zu sehen. Dieses Stück wurde im Rahmen des Theaterfestivals „Willkommen anderswo“ am 16. Mai im Deutsch-Sorbischen Volkstheater uraufgeführt. Basierend auf dem Tschechow-Stück „Drei Schwestern“ entwickelte Bronwyn Tweddle mit dem Ensemble ihrer Bürger/innenbühne eine auf Bautzen zugeschnittene Fassung. Darin kommen verschiedene Persönlichkeiten einer Kleinstadt zu Wort.

Im Mittelpunkt steht die von Tschechow schon 1900 aufgeworfene Frage, welche Rolle für Menschen das Recht auf Arbeit spielt. Diskutiert wird in dem Stück auch, ob die Vergangenheit wirklich so viel schöner war, als das Jetzt, und ob in Zukunft alles automatisch besser sein wird oder ob wir bereits jetzt etwas dafür tun müssen? Da nicht alle der acht Mitspieler am Sonnabend anwesend sein können, bekommen die Besucher einzelne Monologe aus dem Stück zu sehen und zu hören. Wie Bronwyn Tweddle, die aus Australien kommt, sagt, arbeitet die Bürger/-innenbühne bereits an Ideen für neue Projekte.

Noch nicht ganz sicher ist, ob im Anschluss an die drei Stück-Auszüge noch die Performance „Zuhause schmeckt’s am besten“ zu sehen sein wird. Dabei geht es um Gastfreundschaft und um gemeinsames Essen. Auf alle Fälle gibt es zu fortgerückter Stunde lustige Mitmach-Übungen für alle. Die Besucher sollten keine Scheu haben, sich selbst einmal im Theaterspielen zu versuchen. Vielleicht findet sich ja die eine oder der andere, der künftig bei der Bürger/-innenbühne mitmachen will. Zurzeit sind am Thespis-Zentrum insgesamt vier Theatergruppen aktiv.

Die Lange Nacht der Kultur findet am Sonnabend von 18 bis 24 Uhr statt. Die Eintrittsbändchen kosten im Vorverkauf 5 Euro, an der Abendkasse 8 Euro. Ab 22 Uhr gilt der ermäßigte Preis von 3 Euro. Tickets gibt es im Vorverkauf unter anderem in der Tourist-Info und im Museum Bautzen. Die Tickets berechtigen auch zur ganztägigen Fahrt mit dem Kunstbus am Sonntag.