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Märchenschloss Klippenstein

Der Angsthase und ein wackerer Ritter waren am Wochenende zu Gast in Radeberg. Viele Zuschauer kennen das Puppentheater noch aus ihrer Kindheit.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

Radeberg. Dieses Festival hat das Radeberger Schloss Klippenstein weithin bekannt gemacht. Schon der Freitagvormittag hatte es in sich. Denn wie es die Tradition will, dürfen die Kinder aus Radeberg das erste Stück des Festivals sehen. Freitag, 10 Uhr, begegneten sie Madame Rosa. Die Pulsnitzerin steigt immer wieder gern in historische Rollen. Sie stellte den Kindern das wackere Rumpelstilzchen vor. Ein weiterer Höhepunkt war der Freitagabend. Die Veranstaltung für Erwachsene wurde diesmal vom Dresdner Figurentheater aufgeführt. Dazu steuerten die Mitglieder des Schloss Klippenstein e.V. „medizinisch, prophylaktische Menüs“ bei. Fürs Puppenspiel war Jörg Bretschneider verantwortlich. „Der Nächste bitte oder Hypophyse an Kleinhirn“, hieß das diesjährige Stück.

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Die vierjährige Siri war am Sonnabend zusammen mit ihrer Mutti zum ersten Mal bei den Radeberger Schlosskaspereien zu Gast. Sie erlebten das Stück „Der kleine Angsthase“. Es wurde vom Dresdner Figurentheater aufgeführt.
Die vierjährige Siri war am Sonnabend zusammen mit ihrer Mutti zum ersten Mal bei den Radeberger Schlosskaspereien zu Gast. Sie erlebten das Stück „Der kleine Angsthase“. Es wurde vom Dresdner Figurentheater aufgeführt. © Bernd Goldammer

Sonnabend war ebenfalls ein großer Tag für das Puppenspiel. Besonders an diesem Tag begegnete man Besuchern, die schon bei vielen Puppenspielfesten dabei waren. „Ich kam schon in der Bauphase des Schlosses nach Radeberg. Damals waren meine beiden Kinder dabei. Wir kletterten damals noch auf den Dachboden, um fantastische Puppen und ihre Spieler zu sehen. Heute komme ich schon zum zweiten Mal mit meinen Enkeln. Die sind genauso begeistert, wie meine beiden Kinder es gewesen sind“, erzählte Bernhard Ziesche aus Dresden. Dann schnauft er mit seinen Enkeln die Schlosstreppe hinauf. Zum Glück gab es noch Eintrittskarten.

Angst vor dem Fuchs

Das Dresdner Figurentheater war wieder zu sehen. Und diesmal führte Jörg Bretschneider das Stück „Der kleine Angsthase“ auf. Wer sich in dieser Frage auskennt, weiß: Ein Leben ohne Angst ist nicht möglich. Manchmal ist sie gut, weil sie vorsichtig macht. Doch sie kann auch lähmen. Mensch und Tier sind dafür anfällig. Dann muss etwas gegen die Angst getan werden. Doch das Gegenteil passiert. Am Morgen erzählt Hasen-Oma ihrem Enkel auf dem Schulweg, wie gefährlich das Leben ist. Ein Hund kann beißen, im Wasser kann man ertrinken und Räuber könnten die letzte Möhre stehlen.

In der Schule wird dann das Thema Angst behandelt. Es sei gut, Angst zu haben, vor dem Fuchs zum Beispiel. Bald darauf warnt der Waldfunk vor einem hungrigen Fuchs. Die Hasenkinder und ihre Lehrer flüchten in eine Höhle, Oma versteckt sich unter der Bettdecke und der Fuchs schleicht bereits ums Dorf. Die Hasen beginnen, vor Angst zu zittern. Gerade jetzt wird der kleine Angsthase schrecklich mutig. Das Stück traf den Nerv der Zeit.

Eine Stunde später ging es im großen Saal weiter. Dieses Mal wurde das Stück „Der wackere Ritter von der Hasenburg“ gezeigt. Hier handelte es sich im eine schaurig-schöne Rittergeschichte aus dem Mittelalter. Sie soll wahr sein, behaupten die, die nicht dabei waren. Damals soll es sogar Drachen und Helden gegeben haben. Und schwarze Raubritter auch. Letztere machten sich auf der Hasenburg unbeliebt. Weil sie das schönste Burgfräulein entführten, während der Burgherr auf Drachenjagd war. Auch diese Geschichte war nach dem Geschmack der Kinder. Sonntag gab es dann eine Begegnung mit dem Figurentheater von Manfred Künstler aus Mayen. „Es klopft bei Wanja in der Nacht“, so der Titel der Aufführung. Nachmittag führte Madame Rosa das Stück „Kasper in der Wassertonne“ auf. Gegen 16 Uhr wurden die diesjährigen Schlosskaspereien mit dem Stück „Der Froschkönig“ beendet. „Es ist an der Zeit den Organisatoren mal ein herzliches Dankeschön zu sagen“, sagt Schloss-Fan Bernhard Ziesche. Dem ist nichts hinzuzufügen.