merken

Politik

Mahnwachen in Moskau

Trotz Demonstrationsverbot sind am Samstag Menschen in Moskau für die Freilassung politischer Gefangener auf die Straße gegangen.

Unterstützer der Kommunistischen Partei schwenken rote Flaggen bei einem Protest. Demonstranten protestieren trotz eines erneuten Demonstrationsverbots in Moskau gegen den Ausschluss von Kandidaten zur Wahl zum Moskauer Stadtrat.
Unterstützer der Kommunistischen Partei schwenken rote Flaggen bei einem Protest. Demonstranten protestieren trotz eines erneuten Demonstrationsverbots in Moskau gegen den Ausschluss von Kandidaten zur Wahl zum Moskauer Stadtrat. © Uncredited/AP/dpa

Moskau. Mit Mahnwachen haben Oppositionelle in Moskau für die Freilassung politischer Gefangener und für freie Wahlen demonstriert. Unter scharfer Beobachtung der Polizei stellten sich einzelne Menschen am Samstag an Denkmälern in der Innenstadt für ihren stillen Protest auf, um gegen Justizwillkür in Russland zu demonstrieren. 

Die Moskauer Behörden hatten einen Protestmarsch und eine Massenkundgebung der Opposition in der Innenstadt nicht zugelassen. Die Organisatoren unter anderem um den inhaftierten Oppositionsführer Alexej Nawalny hatten deshalb diese Mahnwachen angesetzt. Die Polizei griff zunächst nicht ein.

Anzeige
Das Deutsche Hygiene-Museum

Mit seinem vielfältigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ist es ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste aus aller Welt. Es ist viel mehr als nur ein Museum.

Die russische Hauptstadt erlebt seit Wochen Proteste gegen den Ausschluss Dutzender Oppositionskandidaten bei der Stadtratswahl am 8. September. Am Samstag vor einer Woche kamen auf dem Sacharow-Prospekt in Moskau bis zu 60.000 Menschen zusammen, um für die Zulassung der Kandidaten und gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Den Platz nutzten am Samstag die im Grunde systemtreuen Kommunisten und andere linke Kräfte, um für ehrliche Wahlen zu demonstrieren. Die Polizei sprach von etwa 4000 Teilnehmern.

Bei nicht genehmigten Protesten waren in den vergangenen Wochen Tausende Menschen vorübergehend festgenommen worden. Menschenrechtler sprachen von unverhältnismäßiger Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten. Sie forderten auch, die Anschuldigungen wegen Anstiftung zu Massenunruhen fallen zu lassen. (dpa)

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Zehntausende demonstrieren in Moskau

Die russische Hauptstadt erlebt die größten Proteste seit Jahren. Es geht um den Ausschluss der Opposition von der Wahl - aber auch um die jüngste Polizeigewalt.