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Maisernte ist top

Trotzdem sind nicht alle Landwirte mit den Erträgen in diesem Jahr zufrieden. Wie das Osterzgebirge abschneidet.

© Egbert Kamprath

Von Anja Ehrhartsmann

Die letzten Erntemaschinen sind noch auf den Feldern unterwegs. Die Mais-ernte ist noch nicht durch, das Getreide haben die Landwirte aber bereits eingeholt. Wie das Ergebnis ausgefallen ist und was das für Auswirkungen für die Verbraucher hat, erklärt die SZ.

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Wie fällt die Erntebilanz im Osterzgebirge beim Getreide aus?

Dieses Jahr ist das Ergebnis laut Sylvia Konrad, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbands Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, im Vergleich zu Vorjahren eher durchschnittlich. Die Erträge beim Winterraps liegen sogar darunter. Aber das Ergebnis kann von Betrieb zu Betrieb abweichen. So zum Beispiel bei der Agrargenossenschaft Reinholdshain. Dort ist die Getreideernte laut Pflanzenbauchef Klaus Köhler bei allen Sorten eher unterdurchschnittlich. Gleiches bestätigt Johannes Putz von der Agrargesellschaft Ruppendorf. Die Ernteeinbußen liegen bei 20 bis 25 Prozent, wenn man das Ergebnis mit dem Vorjahr vergleicht, wobei 2016 ein gutes Jahr war. Zur Überraschung von Johannes Putz ist der Ertrag beim Winterraps aber im Normalbereich. „Das war einfach Glück“, vermutet er.

Was hat zu dem schlechteren Ergebnis beim Getreide geführt?

Als der Winterraps im August 2016 ausgesät wurde, war es sehr trocken, und die Körner sind deshalb schlecht aufgegangen, erklärt Sylvia Konrad. Weniger Pflanzen bringen weniger Ertrag. Für das Sommer- und Wintergetreide war es im Frühjahr zu trocken. Vor allem im Mai hat die Feuchtigkeit gefehlt, so Konrad. „Der Regen kam einfach zu spät“, sagt auch Johannes Putz. Schon bei der Aussaat des Wintergetreides im Oktober war es von den Bedingungen her sehr schlecht, da es sehr regnerisch war. „Es war da schon absehbar, dass es keine Spitzenernte wird.“ Ähnliches berichtet auch Klaus Köhler.

Wie schneidet das Osterzgebirge im sachsenweiten Vergleich ab?

Der Ertrag beim Getreide liegt etwas unter dem sachsenweiten Schnitt, schätzt Sylvia Konrad. Das hat aber geografische und klimatische Gründe. „Wir sind hier ja auch nicht die Kornkammer.“ Fruchtbarere Ecken in Sachsen gibt es zum Beispiel in der Lommatzscher Pflege oder in Nordsachsen. „Wobei es dort wieder weniger Niederschläge gibt.“

Wie sieht es derzeit mit dem Getreidepreis aus?

Der Getreidepreis auf dem Weltmarkt ist nicht zufriedenstellend. „Manche Landwirte lagern ein und warten darauf, dass die Preise steigen. Manche verkaufen auch direkt nach der Ernte“, sagt Sylvia Konrad. Auf den Verbraucher habe das aber keine Auswirkungen. Auch auf dem Weltmarkt hat die unterdurchschnittliche Ernte keine Konsequenz. „Das, was wir hier in Sachsen anbauen, hat von der Menge her keine Auswirkungen auf den globalen Markt.“

Wie steht es um die Ernte bei Kartoffeln und Mais?

Die Kartoffelernte ist zum großen Teil abgeschlossen. Die Ernte war gut, und nur wenige Kartoffeln waren von Krankheiten wie der Braunfäule betroffen, so Sylvia Konrad. „Die Maisernte ist in vollem Gange, da sind gute Erträge zu erwarten.“ Auch bei der Agrargenossenschaft Reinholdshain war die Kartoffelernte gut. „Die Mais-ernte ist noch nicht durch, aber der Mais ist sehr gut gewachsen im Vergleich zu anderen Früchten“, sagt Klaus Köhler.

Gab es besondere Wetterereignisse, die den Anbau beeinflusst haben?

Hagelschäden oder Starkniederschläge wie 2016 gab es dieses Jahr im Osterzgebirge keine. Sonnenstunden und Niederschlagsmenge haben bis auf das Frühjahr im Großen und Ganzen gepasst, so Konrad. Um zu verhindern, dass der Boden etwa bei Stark-regen weggeschwemmt wird, ist es wichtig, dass immer etwas angepflanzt wird. Und daran halten sich die Bauern im Osterzgebirge.

Wie war es mit Schädlingen und Krankheiten?

Pilzerkrankungen mögen feuchtes Wetter, Schädlinge wie etwa Läuse wollen es eher heiß und trocken. Mischwetter sei Dank, waren Schädlings- und Krankheitsbefall im normalen Bereich.

Was steht jetzt nach der Ernte in diesem Jahr noch an?

„Das Wintergetreide kommt jetzt schon wieder in die Erde“, sagt Sylvia Konrad. Gerste und Raps sind bereits wieder auf den Feldern, jetzt wird der Weizen gesät.

Was sind derzeit die größten Herausforderungen für die Landwirte?

Nach Einschätzung von Sylvia Konrad wird es immer bürokratischer, Auflagen und Verordnungen werden mehr. So gibt es zum Beispiel eine neue Düngeverordnung, die jetzt in Kraft getreten ist, erklärt sie. Dadurch haben sich die Sperrfristen verändert, außerdem darf Gülle nur noch bei bestimmten Kulturen verwendet werden.