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Malaysier gehen mit Tropical Islands baden

Die Ferienwelt am Rande des Spreewalds soll neue Eigentümer bekommen.

© Weisflog

Von Tilo Berger

Die Namen Ananda Krishnan und Colin Au werden in Deutschland nur wenigen etwas sagen. Beide sind Geschäftsleute aus der asiatischen Monarchie Malaysia. Sie erwirtschafteten ein Milliardenvermögen: Ananda Krishnan unter anderem mit dem Betrieb von Kraftwerken in Asien und Afrika, Lotteriegeschäften und Freizeitparks. Colin Au, der einst an der Universität Birmingham Chemie studierte, baute und leitete Ferienparks in Malaysia, in Australien und in den USA, außerdem gründete er die Kreuzfahrtlinie „Star Cruises“.

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Mit Freizeitparks kennen sich beide Malaysier also aus. Einer ihrer größten befindet sich am Rande des Spreewalds: Tropical Islands. Hier können die Besucher erleben, was Krishnan und Au praktisch vor der Nase haben. 2004 eröffnete die tropische Urlaubs- und Badewelt in der ehemaligen Halle einer insolventen Luftschiffswerft. Krishnans Konzern Tanjong hält 75 Prozent der Anteile an Tropical Islands, Au die restlichen 25 Prozent.

Noch. Denn wie am Dienstag, zwei Tage nach Krishnans 80. Geburtstag, durchsickerte, prüfen die Malaysier einen Verkauf von Tropical Islands. Die Sondierungen mit potenziellen Käufern sollen sich offenbar noch ganz am Anfang befinden. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf das Medienunternehmen Bloomberg in New York berichtete, rechneten die jetzigen Inhaber mit einem Erlös von rund 300 Millionen Euro. Das Geld käme gerade recht: Medienberichten zufolge soll Tanjong mit einem Mobilfunkgeschäft in Indien hohe Verlust eingefahren haben.

Auf Wachstum eingestellt

Die offizielle Lesart ist eine etwas andere. Demnach suchen Tanjong und Colin Au Finanzpartner, um geplante Investitionen im und um Tropical Islands zu tätigen. So sollen für 300 Millionen Euro eine neue Spielewelt für Kinder, weitere Liegeflächen, Baum- und Ferienhäuser zum Übernachten, ein Streichelzoo und eine Bogenschießanlage entstehen. „Wir sind absolut auf Wachstum eingestellt“, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Die Parkanlage zählte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 1,1 Millionen Besucher. Die knapp 2 000 Gästebetten seien zu 85 Prozent ausgelastet. Tropical-Islands-Besucher können zum Beispiel in Zimmern im karibischen, afrikanischen oder asiatischen Stil übernachten. In der Halle stehen Zelte, daneben Ferienhäuser. Um das Wohl der Gäste kümmern sich etwa 600 Mitarbeiter. Deren Zahl soll auch bei einem möglichen Verkauf eher noch steigen, teilten die Betreiber mit.

Das Freizeitbad eröffnete 2004 in einer ehemaligen Luftschiffshalle in Krausnick (Dahme-Spreewald). Ursprünglich sollten in der riesigen Halle Zeppeline gebaut werden. Aber 2002 zerplatzte der Traum: Die Firma Cargolifter AG war pleite.

Immer neue Attraktionen

Als die Idee einer Badewelt aufkam, runzelten viele die Stirn. Aber nach und nach wurde Tropical Islands immer größer. Neben einer imitierten Südseelandschaft mit Strand, Tropenwald und vielen Rutschen in der 360 Meter langen und 120 Meter breiten Halle gibt es inzwischen auch einen Außenbereich mit Rutschen und Wasserbecken. Rund 100 000 Quadratmeter groß ist der gesamte Komplex, in dem sich mehr als 6 000 Menschen gleichzeitig aufhalten können. Zum tropischen Flair gehören auch rund 50 000 Pflanzen, außerdem flattern in der 107 Meter hohen Halle exotische Vögel durch die sommers wie winters 26 Grad Celsius warme Luft. (mit dpa)