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Malzeit auf Schloss Klippenstein

Eine Ausstellung des Radeberger Mal- und Zeichenzirkels lädt zum Besuch ein. Die Schau ist bis 8. April zu sehen.

© Bernd Goldammer

Von Thomas Drendel

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Radeberg. Mit Essen hat „Malzeit“, die neue Ausstellung auf Schloss Klippenstein, nichts zu tun. Die Bilder im Ausstellungssaal erzählen von einem ganz anderen Lebenselixier. Viele Mitglieder des Radeberger Mal- und Zeichenzirkels brauchen die künstlerische Herausforderung im Umgang mit Bleistiften, Pinseln, Spachteln, Materialien und Farben. Ihre „Malzeit“ verbringen sie gemeinsam im Atelier über der Stadtbibliothek.

Die Arbeitsweise ist dabei ganz unterschiedlich. Es gibt Maler, die setzen Gesehenes anhand von Skizzen ziemlich rasch um. Weil es schon einen Gedanken gibt. Andere Ideen sind lange gereift, bis aus ihnen ein Bild wurde. Der Ullersdorfer Architekt Arno Körner ist in der Ausstellung mit zwei einzigartigen Sandcollagen zu sehen. Der Radeberger Bernd Möckel präsentiert zwei von seinen großartigen Aquarellen. Einmal ist es ein verschlafen wirkender Hof von Kulturbauer Lindemann. Gleich daneben ist eine Schloss Klippenstein-Ansicht in Aquarellfarben zu sehen. Hannelore Lunze präsentiert einen blumigen Blick am Gartenzaun. Auch die Radeberger Stadtmühle hat sie mit Acrylfarben gemalt. Ihr Ehemann Peter Lunze brauchte nur einen Faserstift, um die „Himmelsleiter in der Lößnitz“ zu zeichnen.

Bleistiftzeichnungen, Radierungen, Pastellarbeiten, Ölmalereien, Arbeiten auf Acryl, in seinem 64. Bestehensjahr zeigt der Radeberger Mal- und Zeichenzirkel eine breit aufgestellte Werkschau. Porträtzeichnungen, Landschaften, Stadtansichten locken die Blicke der Ausstellungsbesucher an. Die besondere Stärke dieser Gemeinschaftsausstellung ist, dass hier viele unterschiedliche Malperspektiven und Stilrichtungen zu sehen sind. Das hatte sich schon vor der Eröffnungsveranstaltung herumgesprochen.

Deshalb war schon die Vernissage ein künstlerisches Großereignis, der Ausstellungsraum voll. Auch deshalb, weil es den Veranstaltern gelungen war, für diese Eröffnungsveranstaltung den Dresdner Liedermacher Andreas Richter zu gewinnen. Seine Songs gehen unter die Haut. Auch er fasst die Menschen dieser Welt ins Auge. Statt Bilder schreibt er Texte und formuliert Gedanken und Fragen, die er in der Klangwelt seiner Gitarre vertont, und singend erzählt. Das Ergebnis war in den Gesichtern der Besucher abzulesen. Lieder dieser Art sind inzwischen seltener geworden.

In der Ferienzeit lohnt sich der Ausstellungsbesuch für die ganze Familie. Weil sie neben der Kunst auch für künstlerische Selbstbetätigung wirbt. Es braucht eine Weile, bis die Bilder der Zirkelmitglieder in all ihren künstlerischen Finessen betrachtet sind. Kunst braucht Zeit. Erst dann kann sie ihre Wirkung entfalten. Das macht sie spannender für die Besucher. Es gibt also viele gute Gründe, sich die Ausstellung anzusehen.

Sie wird bis zum 8. April zu den Öffnungszeiten von Schloss Klippenstein gezeigt. Wer selbst Lust am Malen verspürt, hat den Titel Malzeit richtig verstanden. Der Radeberger Mal- und Zeichenzirkel trifft sich immer donnerstags ab 18 Uhr in den Räumen über der Radeberger Stadtbibliothek. Neue Gesichter sind hier gern gesehen.