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Kommentar: Mammutprojekt mit kleinen Hürden

Daniela Pfeiffer über die Synagogen-Sanierung in Görlitz.

Dass große Bauvorhaben hierzulande gern mal länger dauern und doppelt so viel kosten, ist bekannt. Nun ist die Görlitzer Synagoge natürlich nicht mit einem Flughafen in Berlin vergleichbar, und doch ist sie ein Mammutprojekt im Kleinen. Lange lief die Sanierung nahezu reibungslos. Geplant, gefördert, gebaut.

Über den Architektenwechsel mag man denken, wie man will. Dass solche Brüche aber Zeit kosten, ist normal. Und dies ist fast schon der einzige große Bruch im sonst nahezu reibungslosen Sanierungsablauf. Dass es gegen Ende etwas hektischer werden kann, weiß jeder, der schon selbst mal ein Haus saniert oder gebaut hat. Da muss keinem ein Riesenvorwurf gemacht werden.

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Unschön ist aber die Art und Weise, wie kurzfristig das nun den Veranstaltern mitgeteilt wird. Der Förderkreis Synagoge ist nicht irgendwer, sondern dieser Verein ist dem Haus verbunden wie kein zweiter. Er hat die Synagoge über Jahre mit Veranstaltungen und Führungen bekannter gemacht, geholfen, dass sie nicht nur in der Region wieder einen Namen hat, sondern inzwischen als national bedeutendes Kulturdenkmal anerkannt ist. Was der Förderkreis nun in den Monaten Mai bis Dezember tut, bleibt abzuwarten. Dass er in der Synagoge keine Präsenz zeigen kann, ist schade, aus Sicherheitsgründen aber letztlich verständlich. Wünschenswert wäre, dass die Veranstaltungen, die der Verein für dieses Jahr auf dem Zettel hatte, trotzdem in Görlitz stattfinden und es vielleicht gelingt, sie sogar trotzdem mit der Synagoge in Verbindung zu setzen. Was aber absolut in die Synagoge gehört und nur dort stattfinden kann, sollte unbedingt im nächsten Jahr nachgeholt werden – dem ersten im fertig sanierten Gebäude.

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