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Klimawandel ist nicht wegzureden

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen hat die Weltklimakonferenz besucht. Das bestärkt sie in ihren Ideen für Dresden.

© Sven Ellger (Archiv)

Auf der Weltklimakonferenz in Bonn dreht sich in diesen Tagen alles um den Klimawandel – und vor allem, wie er gestoppt werden kann. Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) hat die Konferenz zwei Tage lang besucht. Sie will, dass Dresden als Stadt in Sachen Klimaschutz deutschlandweit eine Vorreiterrolle einnimmt.

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Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat im Juni seinen E-Golf in Empfang genommen. Künftig soll es für das Rathaus noch deutlich mehr Elektroautos geben. © Sven Ellger (Archiv)

Frau Jähnigen, was hat Ihnen der Besuch der Konferenz gebracht und vor allem, welche Schlussfolgerungen ergeben sich dadurch für Dresden?

Mich hat die Ansicht der amerikanischen Delegation um Arnold Schwarzenegger und Al Gore beeindruckt. Präsident Trump will zwar aus dem Klimaschutzabkommen austreten, aber die Amerikaner sagen, dass sich der Umstieg auf erneuerbare Energien in den USA nicht mehr aufhalten lässt. Die Unternehmen werden weiter umdenken.

Heißt das, Sie haben also Hoffnung, dass wir den Klimawandel doch noch stoppen können?

Ja, ich habe Hoffnung. Und ich sehe die Chancen in Deutschland, etwas mitzugestalten. Ich nehme aus Bonn den Schwung mit, dass es Sinn macht, was wir als Stadt von unten tun. Und tun müssen. Denn man kann den Klimawandel nicht mehr wegreden. Das spüren wir auch hier immer deutlicher: Wir haben weniger, aber heftigere Niederschläge. Die Winter sind kürzer, die Sommer trockener. Das zeigen Statistiken.

Sie haben angekündigt, dass Dresden eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einnehmen soll. Was genau wird künftig noch mehr getan?

Dresden verfolgt seit 1994 das Klimaschutzziel, innerhalb von fünf Jahren zehn Prozent -Emissionen einzusparen. Seit mehreren Jahren stagniert der -Ausstoß, zur letzten Bilanz 2014 stieg er leider erstmals wieder. Ich sehe das als Herausforderung zum Handeln. So wird es zum Beispiel neue Projekte für den Bau von Solaranlagen geben, die eigenwirtschaftlich genutzt werden. Etwa auf Schulen oder Kitas, die tagsüber den Strom auch brauchen. Alle öffentlichen Gebäude, die neu entstehen, müssen ohnehin für die Nutzung von Solarmodulen ausgerichtet werden. Außerdem arbeiten wir am Thema Energieeffizienz. Wie können wir so bauen, dass maximal Energie eingespart und gespeichert wird. Die Stadtentwässerung deckt schon heute 75 Prozent ihres Energiebedarfs aus der eigenen Erzeugung. Und auch beim Thema Mobilität gibt es Veränderungen.

Die Verwaltung setzt bereits verstärkt auf Elektroautos. Was kommt noch?

Wir erarbeiten gerade ein Fuhrparkkonzept. Bisher nutzen die Ämter im Rathaus eigene Autos, die aber nie komplett ausgelastet sind. Es soll künftig einen Gesamtpool an Autos geben, die gemeinsam genutzt werden. Dadurch können wir deren Anzahl reduzieren, die Einsparungen nutzen, um weitere Elektroautos anzuschaffen, und wir senken dadurch noch den Energieverbrauch. Zum Thema Mobilität gehört aber auch der Ausbau der Radwege oder das Stadtbahnprojekt. Durch die Verdichtung des öffentlichen Personennahverkehrs wird seine Nutzung für die Dresdner attraktiver. Ein ganz anderes aktuelles Projekt ist derzeit die Fernwärmeerschließung der Neustädter Seite. Dafür wird gerade ein Kanal unter der Elbe nach Pieschen gebaut. Fernwärme gilt als besonders klimafreundlich. In Verbindung mit einer stärkeren solaren Nutzung ergibt sich daraus ein riesiges Entwicklungspotenzial.

Die Verwaltung geht mit gutem Beispiel voran. Aber wie können Sie die Dresdner für das Thema begeistern?

Ich erlebe schon jetzt großes Interesse der Bürger an dem Thema. Deshalb wollen wir unsere Zusammenarbeit mit Schulen oder Initiativen ausbauen. Dazu zählen zum Beispiel Mobilitätsverbände, die Umweltinitiative der TU Dresden oder der Verband erneuerbare Energien. Es gibt viele Menschen, die sich bereits engagieren.

Das Interview führte Juliane Richter.

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