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„Man spricht wieder über Handball in der Stadt“

Uwe Saegeling, Präsident des Zweitligisten HC Elbflorenz, redet vor dem letzten Heimspiel über Gerüchte, ungeahnte Fanströme und Ziele.

© Robert Michael

Von Alexander Hiller

Er ist Bauherr, Klubchef, Mäzen und Fans in einer Person. Ohne Geschäftsmann Uwe Saegeling gäbe es den HC Elbflorenz in dieser Form nicht. Der 52-Jährige, der die neue Ballsport-Arena gegenüber der Yenidze für knapp 15 Millionen Euro errichten und mit einem Glasbodenbelag versehen ließ, blickt vor dem letzten Heimspiel der Saison am Sonnabend, 18.30 Uhr, gegen die HSG Nordhorn-Lingen auf eine spannende erste Zweitliga-Spielzeit zurück – und tritt Spekulationen entgegen.

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Herr Saegeling, am Sonnabend bestreitet der HC Elbflorenz das letzte Heimspiel der Saison. Sind Sie eigentlich noch aufgeregt?

Es wäre schlimm, wenn man Sport betreibt und dabei keine Emotionen hätte – auch beim letzten Heimspiel. Selbst, wenn für uns mit dem Klassenerhalt das Ziel erreicht ist. Wir haben noch interne Vorgaben, da gilt es, die Spannung hochzuhalten.

Wie beurteilen Sie zwei Spieltage vor Schluss den bisherigen Saisonverlauf?

Wir sind mit dem Slogan gestartet: „Gekommen, um zu bleiben“. Das haben wir ziemlich souverän geschafft – vier Spieltage vor dem Ende. Am Anfang hatten wir etwas Verletzungspech, was uns in der ersten Phase der Saison etwas behinderte. Und dafür, mit den ganzen neuen Umständen, der neuen Halle, der neuen Liga, haben wir uns sehr achtbar geschlagen, ich bin sehr stolz auf die Truppe.

Zu bisher 18 Heimspielen kamen 32 787 Besucher – im Durchschnitt 1 821 Fans. Die drei Ost-Derbys waren ausverkauft. Haben Sie die Halle etwa zu klein konzipiert?

Das ist eine Diskussion, die schon häufig geführt wurde. Wenn in Dresden mal eine Sportstätte voll wird, ist sie gleich zu klein. Aus meiner und unserer Sicht, die wir das Haus gebaut haben und betreiben, ist das die richtige Größe für unsere Stadt und unseren Sport. Das spüren wir auch an den Emotionen unserer Besucher.

Bei zwei Heimspielen ist es aufgrund technischer Störungen zu Verzögerungen gekommen, die, so meint Trainer Christian Pöhler, auch Punkte gekostet haben. Ärgern Sie die Pannen persönlich?

Wir haben eine Hightech-Arena. Ich denke, da ist es ganz normal, dass man am Anfang eine Lernphase durchläuft und da auch mal etwas passiert, was man nicht vorhersehen kann. Jeder Neubau braucht erst einmal 15 Monate, bis man jede Situation erlebt hat. Dass uns das Punkte gekostet hat, würde ich nicht so stehen lassen. Aber solche Dinge sind ärgerlich. Ich will alles perfekt haben. Aber das passiert, da ist sehr filigrane Technik im Einsatz. Man lernt aus jedem Fehler. Wir treffen Vorkehrungen, dass wir künftig besser und schneller reagieren können als das letzte Mal.

Hat Sie etwas Spezielles überrascht?

Ja, wie schnell die Arena von der Dresdner Bevölkerung für den Handball angenommen wurde. Wir spielten vor nicht allzu langer Zeit vor 150 oder 200 Leuten. Jetzt haben wir diesen großartigen Zuschauerschnitt. Man spricht wieder über Handball in der Stadt, wir sind eine sportliche Größe geworden. Daran hat die Mannschaft wesentlichen Anteil, aber das neue Haus auch.

Es wird das Gerücht kolportiert, durch den ungewohnten Glasboden in der Ballsport-Arena würden die Handballer häufiger über Achillessehnenbeschwerden klagen. Was sagen Sie dazu?

An Gerüchten und Spekulationen würde ich mich prinzipiell nicht beteiligen wollen. Fakt ist, das ist ein zugelassener Belag, der alle Kriterien eines Sportbodens erfüllt. Da gibt es Normen dafür, die liefert der Belag alle, ja übererfüllt sie sogar. Der Glasbelag ist vom Deutschen Handball-Bund als Spiel- und Trainingsboden zugelassen, wir haben unsere Lizenz mit diesem Boden wiederum erhalten. Man kann natürlich überall das Haar in der Suppe suchen.

Auf Platz elf ist Ihr Verein bester ostdeutscher Handball-Zweitligist. Was heißt das für die künftige Ausrichtung?

Ich sehe uns in zwei, drei Jahren hoffentlich immer noch als bester Zweitligist Ostdeutschlands. Als etablierten Klub in der Liga mit dem entsprechenden Unterbau im Verein, was Nachwuchs, Perspektiv-Team und Strukturen betrifft.

Personalie: Kapitän Arseniy Buschmann (25) hat seinen Vertrag beim HCE um zwei Jahre bis 2020 verlängert.