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Mangelt es an Grippeimpfstoff?

In Freital muss ein Mann seit vier Wochen auf die Impfung warten. Ist das ein Einzelfall?

© Symbolbild/dpa

Von Tobias Winzer

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Sächsische Schweiz- Osterzgebirge. Zum Beginn der kalten Jahreszeit scheint es punktuelle Engpässe bei der Versorgung mit Grippeimpfstoff zu geben. Ein Freitaler hatte sich bei der Sächsischen Zeitung gemeldet und berichtet, dass er seit vier Wochen vergeblich auf eine Impfung bei seinem Hausarzt wartet. Der nötige Impfstoff sei in der Apotheke nicht verfügbar, sei ihm jeweils mitgeteilt worden.

Dies scheint kein Einzelfall zu sein. Das zuständige sächsische Sozialministerium teilt mit, dass es vereinzelte Beschwerden von Bürgern gab, weil keine kurzfristige Impfung möglich war. Es habe „Verzögerungen in der Bereitstellung der Impfstoffe“ gegeben. Auch die Kassenärztliche Vereinigung bestätigt: „Tatsächlich wurde in dieser Saison noch nicht so viel Grippeimpfstoff ausgeliefert wie im Vergleichszeitraum in den vergangenen Jahren“, teilt eine Sprecherin mit.

Warum das so ist, beantwortet die Sprecherin des sächsischen Apothekerverbands, Kathrin Quellmalz. Am Anfang jeder Grippeimpfstoffsaison gebe es logistische Verzögerungen, die unter anderem durch verspätete Chargenfreigaben des Paul-Ehrlich-Instituts herrühren. Die Bundesbehörde prüft die Impfstoffe und gibt sie frei. Zudem befinde sich in diesem Jahr ein neuer Impfstoff-Hersteller am Markt. „Die Versorgung wird sich jedoch nach und nach einspielen, sodass wir aktuell nicht von einem Lieferengpass ausgehen.“

Den Fall in Freital erklärt sich der Apothekerverband so, dass ein Großteil der Ärzte keine Impfdosen in den Apotheken vorbestellt hat. Zunächst werden von den Apotheken jedoch die Ärzte bedient, die vorbestellt haben. Erst wenn diese Vorbestellungen abgearbeitet sind, kommen die anderen zum Zug. Man gehe jedoch davon aus, dass ausreichend Impfdosen am Markt sein werden, so Quellmalz.

Wer bei seinem Hausarzt derzeit keinen Impfstoff bekommt, kann sich unter anderem an das Gesundheitsamt des Landratsamtes mit Impfsprechstunden in Freital, Pirna und Dippoldiswalde wenden. Dort ist den Angaben zufolge ausreichend Impfstoff vorhanden.