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Maniküre-Tipps für Eric Clapton

© picture alliance / dpa

Wie es Jan Vogler als Intendant der Musikfestspiele gelang, den Weltstar in den Dresdner Kulturpalast zu locken.

Von Bernd Klempnow

Das ist der Clou! Während andere Veranstalter seit Jahren dem legendären Bluesrocker Eric Clapton zu Füßen liegen, dass er einmal bei ihnen auftritt, klärt der Dresdner Jan Vogler so etwas in seiner Garderobe. So wird der 73-jährige Brite das Abschlusskonzert der nächsten Dresdner Musikfestspiele im Juni 2019 spielen. Vogler, ein international agierender Cellist, ist auch der Festspielintendant.

Die Geschichte ist eigentlich unglaublich. Ähnlich der, wie Vogler den Hollywood-Star Bill Murray im Flugzeug kennengelernt hatte. Der Schauspieler wollte wissen, warum Vogler für sein Cello einen extra Sitzplatz bräuchte. So kam man ins Gespräch und verabredete ein gemeinsames Musik- und Literaturprojekt. Das hat längst Kultstatus.

Nun also Voglers nächster Coup. Was war passiert? Clapton hatte im vergangenen Juni Konzerte des Cellisten in Großbritannien besucht und war im Anschluss in seine Garderobe gekommen. Unter anderem hätte den Künstler, der als einer der größten Gitarristen gilt, neben instrumentalen Techniken das Aussehen der Fingerkuppen des Cellisten interessiert. Die sind in der Regel weniger angegriffen als bei einem Gitarristen. Vogler gab Pflegetipps.

„Es war ein netter kollegialer Austausch“, sagt der Dresdner. Deshalb zögerte der Festspielchef nicht, den 17-fachen Grammy-Gewinner zum Auftritt an die Elbe einzuladen. Der sagte nicht nur zu, sondern fand die Idee, statt wie sonst in einem Stadion zu spielen, in den intimen, nur 1 754 Plätze bietenden neuen Kulturpalastsaal zu gehen, gut. Dort tritt er am 10. Juni mit Band auf.

Freilich hat der Meister seinen Preis. Um das Gastspiel zu finanzieren, verlangt Vogler zwischen 60 und 240 Euro pro Karte. Dresdens Stadtrat muss die neuen, fast verdoppelten Ticketpreise noch absegnen. Ausverkauft dürfte das Event so oder so sein. Der Vorverkauf startet am 1. Oktober.