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Mann auf die Gleise gestoßen

Am Freitagmorgen hätte eine S-Bahn in Dresden-Zschachwitz fast einen Mann überfahren. Der war das Opfer der Attacke zweier Betrunkener.

© dpa

Bad Schandau/Dresden. Bei einem Angriff gegen einen Mann auf dem Bahnsteig in Dresden-Zschachwitz hat nur die schnelle Reaktion eines Lokführers Schlimmes verhindert.

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Der Mann war am Freitagmorgen, gegen 4.45 Uhr, am S-Bahn-Haltepunkt Zschachwitz aus der Bahn gestiegen, ihm folgten zwei Fremde, die Feuer für ihre Zigaretten verlangten. Als der Angesprochene abwinkte, weil er zur Arbeit müsse, attackierten ihn die beiden. Letztendlich warf einer der Täter das Fahrrad des Mannes gegen ihn, woraufhin der mitsamt dem Fahrrad auf die etwa einen Meter tiefer liegenden Gleise stürzte.

Als der 40-Jährige versuchte, mit seinem Fahrrad zurück auf den Bahnsteig zu klettern, wurde er von einem der Angreifer permanent mit Fußtritten daran gehindert.

Während dieser körperlichen Attacken fuhr die S-Bahn in Richtung Dresden in den Haltepunkt ein. Der Lokführer bemerkte die Auseinandersetzung, handelte gedankenschnell und leitete sofort eine Schnellbremsung ein, schildert die Bundespolizei. Der Zug kam nur wenige Meter vor dem Geschädigten zum Stehen. Die beiden Angreifer flüchteten daraufhin.

Der Zugführer verständigte die Bundespolizei Dresden. Beamte konnten die beiden Tatverdächtigen, einen 23-jährigen Marokkaner und einen 27-jährigen Libyer, in einer späteren S-Bahn vorläufig festnehmen. Beide Täter waren alkoholisiert und polizeibekannt.

Der Geschädigte ist deutscher Staatsangehöriger, 40 Jahre alt. Er wurde bei dem Angriff an der linken Hand verletzt.

Bei der Kontrolle der Angreifer wurde bei dem Libyer Haschisch gefunden und sichergestellt. Beide benutzten die S-Bahn, ohne im Besitz eines Fahrausweises zu sein.

Die Bundespolizei leitete in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Dresden gegen die beiden Ermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, gefährlicher Körperverletzung und Nötigung sowie wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ein.

Nach Zeugenaussagen wurde bekannt, dass sich zur Tatzeit Reisende auf dem Bahnsteig in Dresden-Zschachwitz aufhielten. Für ein umfassendes und zeitnahes Ermittlungsergebnis benötigt die Bundespolizei ihre Mithilfe und fragt: Wer ist Zeuge der beschriebenen Geschehnisse? Wer befand sich gemeinsam mit den Angreifern in der S-Bahn aus Dresden in Richtung Pirna und hat etwas beobachtet? Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Dresden unter der Rufnummer 0351 815020 entgegen. (szo)