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Mann mit 45 Identitäten geschnappt

Ein Georgier scherte sich nicht um Einreiseverbote nach Deutschland. Ein Pirnaer Richter schickt ihn nun in U-Haft.

© Symbolfoto: Daniel Förster

Pirna/Dresden. Für die Beamten der Bundespolizei Dresden erwies sich diese Personenkontrolle als Volltreffer: In den Morgenstunden des 3. Juli kontrollierten die Fahnder im Eurocity 178 zwischen Bad Schandau und Dresden einen Mann mit georgischem Reisepass. Wie die Bundespolizei mitteilt, stellten die Beamten fest, dass der 51-Jährige von der Ausländerbehörde in Essen gesucht wurde und zur Festnahme ausgeschrieben war. Am Hauptbahnhof Dresden führten ihn die Polizisten aus dem Zug.

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Beim Durchsuchen seiner mitgeführten Sachen stellten die Fahnder fest, dass der Mann einen zweiten Reisepass unter anderem Namen bei sich führte. Sie recherchierten daraufhin weiter. Letztlich fanden sie in den Fahndungssystemen 43 weitere unterschiedliche Personalien, unter denen der 51-Jährige erfasst war.

Nach Angaben der Bundespolizei hatte der Georgier mit den falschen Identitäten in den vergangenen Jahren die verschiedensten Straftaten begangen, zum Beispiel Wohnungseinbrüche und Diebstähle. Bis zu zwölf Mal wurde er im Zeitraum von 1997 bis 2018 wegen diverser Eigentumsdelikte polizeilich erfasst – und bereits vier Mal aus Deutschland abgeschoben. Ein Asylverfahren lehnten die Ausländerbehörden letztmalig im April 2018 für ihn ab. Die ausgesprochene, für fünf Jahre gültige Einreisesperre für das Schengen-Gebiet scherte den Mann allerdings nicht. Er reiste wieder in die EU ein, um einen Asylantrag zu stellen.

Die Dresdner Bundespolizisten traten nun an die zuständige Staatsanwaltschaft Pirna heran und beantragten Untersuchungshaft für den Mann. Als sie ihm mitteilten, dass er nach Pirna vor den Haftrichter müsse, habe der Georgier begonnen, die Polizisten lautstark zu beleidigen. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Pirna entschied schließlich, dass der 51-Jährige bis zu einem Gerichtsverfahren in Untersuchungshaft bleiben muss. Er muss sich nun wegen mehrfachen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz und wegen Beleidigung verantworten, so die Bundespolizei. (SZ/ce)