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Mann randaliert in Aral-Tankstelle

Ein Kunde wollte in der Zittauer Station kostenlos einkaufen und ist dann ausgerastet. Es ist nicht sein erster Versuch gewesen.

Von Thomas Mielke

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Für einen Schock in der Abendstunde hat jetzt ein Mann in der Aral-Tankstelle in Zittau gesorgt. Der Mann, etwa Mitte Dreißig, randalierte im Verkaufsraum. Es flogen Flaschen und sämtliche auf der Theke vorhandene Sachen gegen die Angestellte. Die Aral-Mitarbeiterin musste anschließend ärztlich versorgt werden, konnte aber das Krankenhaus nach kurzer Zeit wieder verlassen, wie Tankstellen-Betreiber Sebastian Herzog berichtet.

Der Randalierer ist Herzog gut bekannt. Wiederholt tauchte er in den vergangenen Wochen in der Tankstelle auf, nahm sich Dinge aus den Regalen und wollte wieder gehen, ohne zu bezahlen. Am Montagabend wollte der Mann, der offenbar gesundheitliche Probleme hat, diese Masche wieder durchziehen. Die Aral-Mitarbeiterin erklärte ihm allerdings, dass er sich nicht einfach etwas nehmen und ohne zu bezahlen gehen könne. Das wiederum wollte der Mann, so berichtet Herzog, nicht einsehen. Die Situation habe sich nach oben geschaukelt, bis der Randalierer schließlich mit Sachen um sich warf. Die alarmierte Polizei habe der Mitarbeiterin erklärt, dass sie ruhig bleiben müsse und auf die Beamten warten solle, sagt der Betreiber. Nach seinen Worten habe es zu lange gedauert, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren. Es sei ein regionales Problem, so seine Empfindung, dass es nicht genug diensthabendes Personal gebe. Wenn es einen Notfall wie am Montagabend gibt, komme keiner oder eben viel zu spät, findet Herzog. Dass bei dem Vorfall am Montagabend nichts Schlimmeres passiert ist, verdankt die Aral-Mitarbeiterin einem anderen Kunden. Als dieser nach dem Tanken an der Zapfsäule 5 in den Verkaufsraum hereinkam, ließ der Randalierer ab und flüchtete. Nach Kenntnis des Tankstellenbetreibers ist er inzwischen von der Polizei in Obhut genommen worden. Die Polizeidirektion Görlitz konnte sich am Donnerstag nicht zu dem Vorfall äußern – auch aufgrund des anstehenden Ostritzer Wochenendes. Zumindest bestätigte Polizeisprecher Thomas Knaup, dass der Polizei der Sachverhalt bekannt sei und entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sind. Mit den weiteren Ermittlungen befasse sich der Kriminaldienst des örtlichen Reviers.

Nach SZ-Informationen wollte der Randalierer seine „Einkaufsmasche“ auch in einem großen Zittauer Markt abziehen. Mit einem vollen Wagen wollte er, ohne zu bezahlen, den Markt verlassen. Eine Kassiererin habe ihn aber daran gehindert.

Die Aral-Mitarbeiterin wird nächste Woche wieder Dienst tun, erklärt Herzog. Und alle hoffen, dass sich ein Vorfall wie am Montagabend nicht wiederholt. Mehr schützen als jetzt schon kann sich die Tankstelle nicht, so Herzog. Denn wenn Mitarbeiter zum Beispiel Pfeffersprays gegen Angreifer einsetzen würden, begehen sie selbst eine Körperverletzung. (SZ/jl)