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Manufaktur fährt Rekordverlust ein

Der Jahresabschluss der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen für 2014 weist ein Minus von 19,2 Millionen Euro aus. Mit „drastischen Schritten“ hat die Geschäftsführung reagiert.

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© SZ-Archiv/ C. Hübschmann

Meißen. Die Staatliche Porzellan-Manufaktur GmbH (SPM) hat im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 37,9 Millionen Euro (2013: 38,3 Millionen Euro) erwirtschaftet. Damit wurde das Jahr mit einem Verlust von 19,2 Millionen Euro (2013: - 2,2 Millionen Euro) abgeschlossen. Wie Unternehmenssprecherin Sandra Jäschke erklärt, beinhaltet dieses Minus „negativ wirkende einmalige, handelsrechtlich notwendige, jedoch nicht liquiditätswirksame Sondereffekte in Höhe von 18,3 Millionen Euro, die direkt und indirekt auf die Tochtergesellschaft Meissen Italia S.r.l. zurückzuführen sind“. Bereits im Juli 2015 war als erster Schritt die italienische Geschäftsführung neu besetzt worden.

„Das Ergebnis ist ernüchternd und absolut nicht zufriedenstellend. Was ich in Italien vorgefunden habe, hat diese drastischen Schritte erfordert, um das Gesamtunternehmen nicht zu gefährden. Gemeinsam mit einer neuen Geschäftsführung in Italien müssen wir jetzt nach vorn arbeiten. Meissen hat ein wertvolles Erbe und großes Zukunftspotenzial“, so Tillmann Blaschke, seit November 2014 Geschäftsführer des Unternehmens. Er betonte, dass dieser Weg einige Zeit in Anspruch nehmen würde. 2015 habe man dazu bereits spürbare Maßnahmen eingeleitet.

Sondereffekte und Weiteres zum Jahresergebnis

Die Tochtergesellschaft in Mailand organisiert vor allem die Entwicklung und Lieferung für die neuen Produktgruppen: Home, Joaillerie, Accessoires und Couture. Die damit verbundenen Ertragserwartungen konnten nicht realisiert werden. Die angebotenen Produkte entsprachen nicht immer den Marktanforderungen. Die dafür ursächlichen Schwächen in der Aufbau- und Ablauforganisation haben Einschnitte im Jahr 2015 erforderlich gemacht. Im Ergebnis wurde die Beteiligung an der Tochtergesellschaft vollständig wertberichtigt. Forderungen wurden abgewertet und Vorräte abgeschrieben. Für eventuell noch drohende Verluste ist eine Rückstellung eingeplant worden. Latente Steuern wurden wertberichtigt.

Im Übrigen enthält das Jahresergebnis auch den Buchgewinn aus dem Verkauf von Museumsbeständen an die Meissen Porzellan-Stiftung GmbH in Höhe von 6 Millionen Euro.

Das Jahresergebnis bildet neben einmaligen Sondereffekten auch Kostensteigerungen im Zusammenhang mit dem Aufbau der neuen Produktgruppen sowie dem strukturell herausfordernden Porzellanmarkt ab.

Im Fokus des Unternehmens steht auch zukünftig der Umsatz mit Porzellanprodukten, der im Geschäftsjahr 2014 rund 87 Prozent ausmachte. Der internationale Markt, mit dem Meissen knapp die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet, bleibt herausfordernd. Vor allem die zurückgegangene bzw. hinter den Erwartungen liegende Nachfrage aus Russland oder China hat 2015 zu einem erneut schwierigen Jahr gemacht.

Im Unternehmen wurde darauf bereits mit Maßnahmen zur Steigerung von Effizienz und Wirtschaftlichkeit reagiert. So wurde im vergangenen Jahr den Eigenvertrieb verstärkt, was schon erste Erfolge zeige, erläutert Firmensprecherin Jäschke. Gleichzeitig haben die Beschäftigten und ihr Betriebsrat diesen Kurs mit der im Sommer vergangenen Jahres vereinbarten Kurzarbeit und tariflichen Sondervereinbarungen unterstützt.

Erwartetes Ergebnis 2014 für den Meissen-Konzern

Im Meissen-Konzern mit seinen drei Tochtergesellschaften schlagen die Sondereffekte des Jahresabschlusses der SPM nur zum Teil zu Buche. Es wird für das Geschäftsjahr 2014 ein Gesamtumsatz in Höhe von 41,1 Millionen Euro sowie ein Jahresfehlbetrag von minus 11,1 Millionen Euro erwartet. (SZ)