Merken

Manufaktur Meissen streicht das Porzellan aus dem Logo

Das Unternehmen wirbt nur noch als Manufaktur Meissen. Luxusartikel wie Schmuck sollen stärker im Vordergrund stehen.

Teilen
Folgen

Von Christiane Raatz und Peter Anderson

Meißen - Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH wirbt künftig mit einem neuen Logo. Das Unternehmen hat darin das „Porzellan“ gestrichen und tritt nur noch als Manufaktur Meissen auf.

„Wir wollen das Handwerkliche und Traditionelle stärker in den Vordergrund rücken“, erklärte Geschäftsführer Christian Kurtzke. Damit stelle sich das Meissener Porzellan in eine Reihe mit Luxusmarken wie der Gläsernen VW- oder der Maybach-Manufaktur. Auch weltweit werde künftig nur noch mit diesem Begriff geworben.Der frühere Unternehmensberater setzt mit dem Logo seinen Kurs fort, Meissen als weltweit führende deutsche Luxusmarke zu etablieren. Die Manufaktur soll zu diesem Zweck breiter aufgestellt werden.

So fertigt Meissen neben Zifferblättern für Glashütter Uhren jetzt auch Wandplatten für die Vorzeige-Geschäfte der Uhrenmanufaktur Lange &Söhne in Tokio. In den kommenden Monaten will das Unternehmen Schmuck mit Meissener Porzellan als tragendem Element präsentieren. Im Mittelpunkt soll der sogenannte „Meissen Mystery“ stehen – ein Schmuckstück aus Porzellan und Edelstein, das gestern in Mailand zum ersten Mal vorgestellt wurde.

Umständliche Version gestrichen

Als verbindendes Element für die zunehmend breiter gestreuten Aktivitäten scheint der Sammelbegriff Manufaktur Meissen geeigneter als die umständliche Version Porzellan-Manufaktur Meissen. Im neuen Logo wurde gleichzeitig der bislang geschwungene Schriftzug Meissen auf eine klassische Großbuchstabenform umgestellt und der Vermerk „seit 1710“ angefügt. Die jetzt verwendete Schrift wurde 1722 entwickelt und ist damit fast so alt wie die Manufaktur selbst, die im nächsten Jahr ihr 300-jähriges Jubiläum feiert. Die alte Marke habe dagegen an die 70er Jahre mit dem „Charme einer Butterfahrt“ erinnert, wie Kurtzke sagt. Zur Zeit werden alle Prospekte und Broschüren neu gestaltet, auch Schilder sollen nach und nach ersetzt werden.

Marketing-Experten sehen in der Meissener Marken-Kosmetik auch Risiken: „Das Ändern eines Logos ist prinzipiell ein riskantes Verfahren“, sagt Stefan Müller, Professor für Marketing an der TU Dresden. Wenn eine Marke über lange Zeit etabliert wurde, müsse es gute Gründe geben, dem Unternehmen ein neues Logo zu verpassen.