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Margot Fehrmann wird Leiterin

Teil drei: Wie sich das MZG nach der Wende weiterentwickelte.

© Ulrich Vogel

Von Ulrike Scholz

Ebersbach. Im oberen Geschoss des Mehrzweckgebäudes zog 1973 der Kindergarten ein. Er hatte helle große Räume, Kindertoiletten und einen großen Garten mit Spielgeräten und direktem Zugang zum Sportplatz. Im Mittelteil war die Verwaltung und das Herz des Ganzen: die neue hochmoderne Küche. Auf der anderen Seite vom Gang noch eine Kaffeeküche. Am Gangende befand sich der Speisesaal mit circa 150 Plätzen. Schulen und Kindereinrichtungen wurden versorgt. Handwerker, Bauern und andere Einwohner wurden abwechslungsreich verköstigt. Die Idee von einem Mittelebersbacher Zentrum ging voll auf. Der Saal war sehr begehrt für Filmvorführungen („Kino auf dem Land“), Disko und weitere Tanzveranstaltungen. Familienfeiern, Jugendweihen, Vereinsveranstaltungen. Unvergessen sind die Silvesterfeiern vom Sportverein mit DJ Dieter Riehmer und schönen Spieleinlagen. Als die Eröffnung des MZG nahte, wurden die Personalfragen spannend. Die Küchenfrauen wurden aus den frei werdenden Küchen ausgewählt. Es wurde aber ein wirtschaftlicher Leiter fürs Ganze gebraucht. Bürgermeister Konrad Kasper schlug da eine blutjunge Frau vor, die gerade die Ausbildung hinter sich hatte. Er hatte großes Vertrauen in Margot Fehrmann und stellte sie ein. Wer weiß, wer noch alles zur Mannschaft gehörte und wie viele Menschen im MZG beschäftigt waren?

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Mit den Jahren ergaben sich Probleme und Umbauten. Zum Beispiel wurde die Wetterseite recht nass, und auch im Keller war nicht immer alles trocken. Als die neue Schule gebaut wurde, war der Werkraum überflüssig und konnte nach fleißigem Umbau in Eingeninitiative der Fußballer, allen voran Klaus Fehrmann, als Vereinsraum für den Fußball hergerichtet werden.

Mit dem Vorplatz und der Lage entwickelte sich das MZG sehr bald zu einem gut ausgestatteten Festgelände. Das konnte gerade bei den ersten Großveranstaltungen – den Sportfesten gleich nach der Wende – bewiesen werden. 1989/1990 wehte aber auch für das Mehrzweckgebäude ein neuer Wind. Der neue Bürgermeister, Joachim Meissner, machte den circa 60 Müttern im Kindergarten die Ansage, der Kindergarten würde bald nicht mehr gebraucht, weil die Mütter nun endlich wieder nach Hause an den Herd gehören würden. Seine eigene Frau war übrigens Kindergärtnerin. Jedenfalls hat er es ziemlich schnell geschafft, dass der Kindergarten gleich neben seinem Anwesen vom Standort verschwand.

In der Folge wurde der vordere Teil des MZG zur heutigen Gemeindeverwaltung umgebaut. Die Küche wurde geschlossen und in die viel zu kleine Kalkreuther Schulküche verlagert. Küche, Saal und Nebenräume wurden unter Hoheit des Sportvereins umgebaut und dienen als Festraum mit mietbarer Küche. Als der Jazzdance seine heiße Phase hatte, wurde ein Sportraum eingerichtet. Einige Mitglieder der Agrargenossenschaft, Handwerker und ledige Männer schätzen nach wie vor das von Kalkreuth angelieferte Essen. Das war der dritte und damit auch letzte Teil dieser Serie.

Teil 1: Das Mehrzweckgebäude wird 45 Jahre alt

Teil 2: Die erste Kugel für Helma Behla