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Marihuana und Crystal verkauft

Drei Jahre Bewährung erhielt ein 31-Jähriger aus Rochlitz. Er soll nicht nur mit Drogen gehandelt haben. Die Taten gestand er.

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Von Helene Krause

In der Verhandlung vorm Amtsgericht Döbeln schweigt der Angeklagte zu den Tatvorwürfen. Seine Verteidigerin erklärt, dass er unschuldig sei. Die Drogen, die bei ihm gefunden wurden, wären für den Eigenbedarf gewesen.

Vorgeworfen wird dem Angeklagten, sich irgendwann vor Oktober 2009 entschlossen zu haben, einen gewinnbringenden Verkauf von Crystal und Marihuana aufzubauen. Im Zeitraum von Oktober 2009 bis Mai 2013 soll er in 313 Fällen diese Drogen in verschiedenen Mengen verkauft haben. Des Weiteren soll er am 6. April 2013 etwa fünf Gramm Crystal von Tschechien in die Bundesrepublik eingeführt haben. Außerdem wurden in seiner Küche 3, 29 Gramm Crystal gefunden.

Herausgekommen waren die Taten, weil einer seiner Kunden in einer Gerichtsverhandlung zugegeben hatte, dass er von dem Angeklagten mehrfach Drogen gekauft habe. „Ich weiß nicht, wie er auf so etwas kommt“, erklärt der Angeklagte vor Gericht. „Ich kenne ihn nur flüchtig. Er hat einmal bei mir übernachtet.“

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Daraufhin erklärt ihm Richterin Christa Weik, dass sich ein Geständnis strafmildernd auswirkt. Doch der Angeklagte gesteht nicht. Die Verhandlung wird unterbrochen. Nach Fortsetzung der Verhandlung gesteht der Beschuldigte, von Mitte 2010 bis Mitte 2012 mit Crystal und Marihuana gehandelt zu haben. An den Mann, der ihn vor Gericht verriet, will er nur kleine Mengen abgegeben haben. Auch die Einfuhr von fünf Gramm Crystal aus Tschechien gibt der Angeklagte zu. „Die Drogen waren für den Eigenbedarf“, erklärt er. Das Gericht verurteilt ihn wegen des gewerbsmäßigen, unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in 157 Fällen, wegen der unerlaubten Einfuhr von Drogen und wegen des Drogenbesitzes zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Des Weiteren erhält er die Auflagen, regelmäßige Einzelgespräche bei der Drogenberatung besuchen und auf Anraten des Beraters eine ambulante oder stationäre Drogentherapie machen.

Begünstigend für das Urteil ist nicht nur sein Geständnis, sondern auch, dass er sich einer Drogentherapie unterzogen hat und gewillt ist, von den Betäubungsmitteln wegzukommen. Auslöser für seinen Drogenkonsum war der Tod seines Vaters. Er musste dessen verschuldete Firma übernehmen. Zwei Jahre versuchte er, die Firma zu erhalten. Dann ging sie in Insolvenz. Er erhielt kein Hartz IV, hatte kein Einkommen, aber 80.000 Euro Schulden.