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Markus Meckel hat mal wieder Ärger mit den Nachbarn

Erst gab es Zoff um eine Zaunlatte, jetzt sind es schon Handgreiflichkeiten.

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Von Peter Heimann, Berlin

Markus Meckel war mal für ein paar Wochen DDR-Außenminister. Jetzt ist der 56-jährige ehemalige Chefdiplomat SPD-Bundestagsabgeordneter und schafft für sich nicht, was damals sein Job war: friedliche Nachbarschaft oder wenigstens Koexistenz im Zusammenleben zu sichern.

Immer wieder hatte Meckel in seinem Wohnort Mahlendorf, einem beschaulichen Weiler mit gerade mal neun Einwohnern nördlich von Templin in der Uckermark, juristischen Ärger mit Nachbarn. Einmal gab es einen Stinkbombenanschlag auf Meckels Auto, dann stritt man, ob man im nahen See nackt baden dürfe, und schließlich gab es einen skurrilen Nachbarschaftsprozess um eine fünf Meter lange Holzlatte, die Meckel angeblich vom Grundstück einer benachbarten damals 70-jährigen Gräfin gestohlen und bei sich verbaut haben soll. Der wochenlange Konflikt erinnerte stark an den legendären Streit um den sächsischen „Maschendrahtzaun“.

Jetzt sind bei der Polizei im schönen Boitzenburger Land wieder zwei Anzeigen eingegangen: eine von Meckel, eine von einer 39-jährigen Nachbarin. Ein Polizeisprecher bestätigte gestern einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Gegen beide Dorfnachbarn werde wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt, gegen Meckel zudem wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung.

Auf SZ-Anfrage hieß es in Meckels Bundestags-Büro lediglich, der Abgeordnete äußere sich dazu nicht. Dem Zeitungsbericht zufolge sollen Meckel und die diesmal betroffene Nachbarin Mitte Januar handgreiflich aneinandergeraten sein. Meckel wird so zitiert: „Sie lauerte mir mit dem Baseballschläger auf.“ Den mit Blaulicht herbeigeeilten Beamten erzählte er, er bemerkte dies rechtzeitig und konnte den Schläger fassen. „Da sie ihn nicht losließ“, zerrte er die Nachbarin samt Sportgerät ins Haus einer weiteren Nachbarin. Die Polizei konnte die Keule bei der angeblichen Angreiferin nicht entdecken. Sie selbst gab an, nur eine Gerte in der Hand gehabt zu haben, „um die Pferde von der Koppel zu treiben“. Die Wahrheit muss vielleicht wieder ein Gericht herausfinden.

Damals, bei der inzwischen wieder ausgebauten Holzlatte, gab es einen gerichtlichen Vergleich. Die Gräfin durfte nicht mehr behaupten, Meckel habe die Latte gestohlen. Er wiederum durfte nicht mehr behaupten, sie habe aus Böswilligkeit gehandelt. Beide teilten sich damals die Gerichtskosten von 105 Euro.